Beiträge vom: Mai, 2008
“Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast” lautet ein berühmter Ausspruch Churchills. Nun haben wir endlich die Möglichkeit selber Hand anzulegen.
Statistiken sind eine seltsame Sache: sie reduzieren einen komplexen Sachverhalt auf einige wenige Punkte. Die Datenmenge, die ihnen zugrunde liegt ist oft enorm. Zumindest sind es oft zu viele Daten, als dass man selbst von Tür zu Tür gehen könnte, um sie zu erheben. Was macht man also, wenn man an einer Statistik interessiert ist. Bisher musste man sich durch das ganze Internet oder Zeitschriften wühlen, bis man dass gefunden hat, was man suchte. Nun hat sich jedoch eine andere Möglichkeit aufgetan:
Auf der Seite http://de.statista.org/ werden Statistiken aus vielen unterschiedlichen Quellen zusammengetragen. Dort sind sie dann über ein Interface verfügbar. Das Tolle ist jedoch auch, dass man sozusagen die Originaldaten zur Verfügung stehen hat. Die Merkmale anhand derer dann die Statistik dargestellt werden, sind also frei wählbar. Wenn mich nicht die Einkommensverteilung in Deutschland interessiert, sondern in meinem Bundesland, dann kann ich dieses Merkmal einfach auswählen.
Ein äußerst spannendes Tool, gerade für die Leute, die sich gerne vergleichen. Wenn man sich nicht so rechte selber in der Statistik wiederfindet oder diejenigen nicht, mit denen man sich gerne vergleichen möchte, dann kann man die Statistik einfach so einstellen.
Man kann auch verwundert sein, was es alles so an Statistiken gibt. So kann man sich die absurdesten Sachen in Zahlen aufbereitet anzeigen lassen. Aber mal ehrlich: eigentlich kommt es doch nicht darauf an, wie die anderen sind und wie man im Vergleich zu ihnen ist. Es kommt doch nur darauf an, dass man mit sich selbst zufrieden ist und diejenigen mit einem, die man mag. [...mehr]
Die Informationstechnologie hat in den letzten zehn Jahren einen mächtigen Satz nach vorne gemacht. Nicht nur Computer, Handys und Konsolen haben sich rasant entwickelt: Auch in Sachen Druckertechnologie verwenden wir heute andere Geräte als noch zur Jahrtausendwende.
Das beste Beispiel bietet der Laserdrucker: Dieser stellte früher eine ziemlich teure Anschaffung dar, heutzutage sind die Geräte im Ganzen preiswerter als ihre Tintenstrahl-Kollegen, was unter anderem am niedrigen Toner-Verbrauch und den gesenkten Preisen liegt.
Doch wie funktioniert ein Laserdrucker eigentlich?
Zentrales Stück eines Laserdruckers ist die sogenannte Bildtrommel. Deren Oberfläche wird durch Stromzufuhr elektrisch aufgeladen. Dann werden durch einen Lichtstrahl (der namensgebende Laser wird über einen Spiegel reflektiert und kann so in Rastern über die Trommeloberfläche geführt werden) bestimmte Bereiche der Ladung wieder gelöscht. Das sind die Stellen, die auf dem Papier weiß bleiben sollen.
Jetzt wird per Walze ein Toner aufgetragen, der selbst magnetisch reagiert (1-Komponenten-Toner) bzw Eisenpartikel enthält (2-Komponenten-Toner). Der Toner haftet genau auf den Stellen, die noch Ladung tragen, weil er elektrostatisch gegensätzlich zur Ladung auf der Trommel aufgeladen wurde.
Schließlich dreht sich die Walze weiter und kommt zum Papier. Hinter diesem wird eine starke Ladung angebracht, die der des Toners entgegengesetzt ist, so dass dieser elektrisch “gezogen” auf das Papier überspringt und dort haften bleibt.
Im letzten Schritt wird das Papier durch zwei Heißwalzen geführt, die den Toner ins Papier pressen und mit Hitze fixieren. So gelangt das digitale Bild aus dem Rechner, in “Laser an/Laser aus”- Informationen codiert, schließlich auf das gedruckte Papier.
Wenn ihr das nächste Mal euren Hewlett-Packard oder Xerox anschmeißt, dann habt ein bisschen Ehrfurcht – Die Dinger sind technische Wunderwerke! Wenn ich dazu komme, schreibe ich bald noch etwas zum Farblaserdruck. [...mehr]
Man hört immer wieder, dass Handystrahlung gesundheitsschädlich sein soll. Hierzu werden oft auch Studien herangezogen. Manche sind in ihrer Handygegnerschaft allerdings auch etwas zu motiviert.
Nicht nur Handys sondern fast alle elektronischen Geräte geben eine gewisse Strahlung ab. Bei manchen Geräten wie Funktelefonen oder Computern wird oft schon gar nicht mehr daran gedacht, obwohl diese zum Teil eine stärkere Strahlung abgeben als Handys. Diese Strahlung wird oft Elektrosmog genannt. Diese Bezeichnung soll auch schon in eine bestimmte Richtung lenken, da sie negative Assoziationen an herkömmlichen Smog wachruft. Etwas neutraler wird darüber als Elektromagnetische Umweltverträglichkeit (EMUV) geredet.
Hierzu gab es schon viele Studien, in denen versucht worden ist nachzuweisen, ob von der Strahlung ein Gesundheitsrisiko ausgeht. Zentral ist dabei wohl die Frage, ob es zu Krebserkrankungen kommen kann. Wichtig hierfür ist die thermische Wirkung der Strahlung. So wie in der Mikrowelle durch elektromagnetische Strahlung Sachen erwärmt werden, kann auch der Körper durch Strahlung erwärmt werden. Dipole werden dabei von der Strahlung in Schwingung versetzt, was nichts anderes als eine Erwärmung ist.
Zum Schutz gibt es ein Bundesgesetz, dass die Grenzwerte festleg. Dabei unterschreiten Handys diese Grenzwerte deutlich. So liegt zumindest von öffentlicher Seite aus kein Bedenken vor. Das muss allerdings nicht heißen, dass die Strahlung nicht doch gefährlich sein könnte.
Einige Studien meinen dies bewiesen zu haben, doch gibt es an ihnen viel Kritik und keine war bisher wiederholbar. Besonderes aufsehen hat nun aber eine Studie erregt, die in Wien 2005 und 2006 durchgeführt wurde. In dieser soll ein Zusammenhang zwischen Strahlung und Krebserkrankung nachgewiesen worden sein. Nun hat sich jedoch herausgestellt, dass die Zahlen absichtlich verändert worden sind. Die verantwortliche Person arbeitet mittlerweile woanders.
Dies zeigt nur wieder, dass die Hysterie im Bezug auf die Schädlichkeit der Handystrahlung oft völlig überzogen ist. Natürlich muss man vorsichtig sein, so wußte man von Asbesth und Röntgenstrahlung lange auch nicht, dass sie schädlich sind. Aus Vorsicht sollte jedoch keine schlecht begründetet Hysterie werden. [...mehr]
Einige mögen deshalb keine Zwiebeln schneiden – es führt zu Tränen. Das muss jedoch nicht sein.
Zwiebelzellen beinhalten das Enzym Alliinase und in ihrer Zellwand eine schwefelhaltige Aminosäure. Beide können zu Propanthial-S-Oxid werden, wenn sie austreten. Dieses reizt die Augen und führt zu Tränen.
Gentechniker versuchen nun Zwiebeln zu entwickeln, die diese Bestandteile nicht mehr haben. Das ist allerdings nicht so leicht, zumal sie auch für den Geschmack mitverantwortlich sind. Erste Marktreife Produkte der Pflanze sollen noch bis zu 10 Jahre auf sich warten lassen. Wer bis dahin nicht weiter weinen möchte, dem beschert die japanische Schmiedekunst eine Lösung.
Das Hōchō-Messer ist in der japanischen Küche weit verbreitet. Mit ihm lassen sich Zwiebeln ohne Tränen schneiden. Ein Wunder ist dies jedoch nicht. Je schärfer ein Messer ist, desto weniger Zellen werden zerdrückt und desto weniger Zwiebelsaft tritt aus. Die japanischen Messer sind nun besonders scharf. Sie werden ähnlich wie die Samuraischwerter verarbeitet. Ein harter Stahl wird mit einem weichen Eisen verbunden. Die Schichten werden ineinander gefaltet und dann unter Hitze zusammengepresst. So entstehen z.T. sehr viele Schichten. Hierdurch wird es ermöglicht Härte ohne Brüchigkeit zu erhalten. Die japanische Küche kennt viele unterschiedliche Messer. Genannt sei nur das Santoku. Es heißt “Die drei Tugenden” für Fleisch, Fisch und Gemüse. Es handelt sich um ein Allzweckmesser. Doch es gibt noch viele andere Arten.
Mir sind diese Messer etwas zu teuer und in der Pflege etwas zu aufwendig, sie können schließlich rosten. Da warte ich lieber noch ein paar Jahre und finde mich mit den Tränen ab…obwohl es gibt mittlerweile auch ein Zwiebelspray…doch das ist eine andere Geschichte. [...mehr]
In der Vorentscheidung zu den US Wahlen auf demokratischer Seite führt zur Zeit Barack Obama. Hilary Clinton liegt 183 Stimmen zurück. Die letzten 3 Staaten, in denen gewählt wird, sind Puerto Rico, South Dakota und Montana. In denen kann ein Kandidat maximal 86 Stimmen abgreifen.
Eine klare Sache also? Noch nicht ganz. Denn um zu gewinnen, benötigt jeder der Kandidaten mindestens 2026 Delegierte. Weder für Obama mit aktuell 1963 noch für Clinton mit 1780 Delegierten reichen die 86, um diese Grenze zu überschreiten.
Somit hängt der Ausgang der Wahl nicht an den Demokraten, die sich bereits knapp für Obama entschieden hat, sondern an den “demokratischeren” Demokraten, den sogenannten Superdelegierten. Die setzen sich aus Parteifreunden, Funktioniären und verdienten Politikern der demokratischen Partei zusammen.
Deren Stimme wird unabhängig von der Vergabe der restlichen Delegierten geregelt, diese werden in den einzelnen Staaten über Verhältniswahlrecht geregelt. (dazu: Das Wahlverfahren in den USA) Ingesamt gibt es 797 Superdelegierte, von denen 587 sich bereits für eine der beiden Seiten entschieden haben. Es verbleiben also gut 200. Um diese 200 Superdelegierten wird bis zum Wahlausgang heftig gebuhlt werden. Clinton dürfte bei ihnen die besseren Chancen haben, weil sie aus einer traditionell mit der politischen Oberschicht verwachsenen Familie hat.
Auf der anderen Seite hat Obama schon jetzt mehr Superdelegierte auf seiner Seite als seine Widersacherin und einen Vorsprung von 183. Ich denke, Obama wird das Rennen machen, aber solche Prognosen sind in der Politik bekanntermaßen nicht sonderlich verlässlich. [...mehr]
Wer sich für Sprache und die Wirrungen, die in ihr stecken interessiert, der sollte den Newsletter der Duden Redaktion abonnieren.
“Heißt es der, die oder das Joghurt?” oder “Wie lautet die Vergangenheit (Perfekt) von downloaden?” sind Beispiele für Fragen, die in dem Newsletter gestellt und beantwortet werden. Einige Themen sind recht hilfreich, andere sind einfach nur unterhaltsam. Beides sind auf jeden Fall gute Gründe, sich den Newsletter mal anzuschauen.
Mittlerweile gibt die Duden-Redaktion den Newsletter schon seit sieben Jahren heraus. Dabei kann man sagen, dass sie recht erfolgreich ist. Immerhin haben mittlerweile schon über 130.000 Menschen den Newsletter abonniert. Jeden Tag werden es noch mehr Menschen. Der Newsletter erscheint alle zwei Wochen neu und es gibt einige, die es immer kaum erwarten können und sich auf ihn freuen. Das ist nicht verwunderlich schließlich beinhaltet er viel Interessantes, Wissenswertes und Unterhaltsames.
Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos. Die Bestellung erfolgt recht leicht über eine Maske. Dort kann auch ausgewählt werden, ob die E-Mail als reiner Text oder bunt und peppig in HTML-Formatierung empfangen werden soll. Wer auf Antworten auf Fragen wie “Schreibt man eMail, E-mail oder E-Mail?” nicht verzichten möchte sollte sich umgehend anmelden. Ich zumindest habe es bisher nicht bereut und bin immer noch von den Überraschungen bestens unterhalten, die die deutsche Sprache parat hält. Endlich mal etwas unterhaltsames, bei dem man sogar noch einiges lernen kann. [...mehr]
Die Frage, wie viele Züge man braucht, um den Rubik-Würfel von einer beliebigen Ausgangsposition in die Grundstellung zu bringen, treibt nicht nur Puzzler, sondern auch Mathematiker um – bisher ohne Lösung.
Wer in den 80ern schon alt genug gewesen ist, dürfte ihn auf jeden Fall kennen: den Rubik-Würfel, Rubik-Cube oder “Zauberwürfel”. Ihn aus einer der zahllosen bunt gewürfelten Zustände wie in den Ursprungszustand mit gleichfarbigen Seitenflächen zu drehen, hat viele den Verstand gekostet. Vielleicht ein Grund dafür, dass der Trend wieder verschwunden ist. Kein Grund kann sein, dass jemand die schnellste Lösung gefunden hat, denn ein Beweis für diese steht noch aus.
Der Würfel hat sechs Seiten mit je neun Feldern. Daraus ergeben sich 43 Trillionen unterschiedliche mögliche Stellungen. Zählt man Positionen nicht doppelt, die durch Drehung des gesamten Würfels oder Spiegelungen ineinander überführt werden können, dann bleiben noch 901 Billiarden Stellungen. Das sind immer noch viele, sehr viele:Um bei einer einzigen Stellung einen Computer berechnen zu lassen, wieviele Drehungen minimal notwendig sind, um die Grundstellung zu erreichen, braucht es 15 Minuten. Das heißt, dass für alle Stellungen fünf Millionen Computer fünf Millionen Jahre rechnen müssten. Das erinnert ein wenig an “Per Anhalter durch die Galaxis” und ist wohl nicht durchführbar.
Im Laufe der Zeit gelang es Mathematikern jedoch der Zahl ein wenig näher zu kommen. 1980 fand man heraus, dass mindestens 18 Züge benötigt werden, 1982, dass maximal 52 benötigt werden. Damit ergab sich eine Spanne von 18-52 Zügen – noch sehr unbefriedigend. Bis 2007 gelang es, die Zahl auf 20-26 einzugrenzen.
Nun ist es dem Mathematiker Tomas Rokicki gelungen, den Beweis zu erbringen, dass maximal 23 Züge benötigt werden. Hierzu hat er eine Gruppe von 200.000 Stellungen ausgewählt, von der sich Beweisen lässt, dass sie aus jeder Stellung in drei Zügen erreichbar sind. Für diese 200.000 Stellungen hat er nun einen Computer 7,8 Jahre berechnen lassen, wie viele Züge für sie notwendig sind, das Ergebnis war 20. Das bedeutet, dass aus jeder Stellung in 23 Zügen die Grundstellung erreicht werden kann. Damit wird die gesuchte Zahl auf 20-23 eingegrenzt und man vermutet, dass sie bei 20 liegen wird.
Nicht so interessant wie die Frage nach dem Sinn des Lebens, die dem Supercomputer in “Per Anhalter durch die Galaxis” gestellt wurde, aber vielleicht eine Frage, die Einigen die Mathematik und ihre Anwendung etwas näher bringt.
Das Internet erscheint immer als freies Medium, an dem alle in gleicher Art und Weise teilhaben könnten. Dies ist jedoch nicht so.
So wie Eigentum in der nicht-virtuellen Welt die Verwendungsrechte anderer Beschränkt, ist dies auch im Internet der Fall. Dies gilt jedoch nicht nur für Rechte innerhalb des Internets. Oft wird vergessen, dass das Internet ja auch irgenwo her kommen muss. Hierzu Bedarf es einiges an Kommunikation.
Die Kommunikation findet über Kupferkabel, Glasfaserkabel, Datenverteilungsknoten usw. statt. Diese sind oft im Eigentum der Telekommunikationsunternehmen. Ob man einen Internetanschluss erhält und wie dieser dann aussieht, entscheiden die Anbieter. So wird die Uploadgeschwindigkeit absichtlich begrenzt, um ein asymetrisches Netz zu erschaffen, in dem weniger Anbieter als Konsumenten vorhanden sind.
Die Anbieter könnten außerdem die Downloadgeschwindigkeit für unerwünschte Downloads in peer to peer Netzwerken reduzieren. Hierum gab es in den USA große Debatten. Es handelt sich hierbei um die Frage der Netzneutralität. Ist das Netz neutral und behandelt z.B. alle Downloads gleich oder beschränkt sie der Provider. Die Beschränkung konnte in den USA bisher knapp verhindert werden.
Aber auch im Internet gibt es natürlich Eigentum. Die Browser mit denen wir am Computer surfen, die Orte an denen wir Sachen verkaufen und kaufen (z.B. Ebay) oder die sozialen Netzwerke die wir knüpfen (z.B. Myspace oder StudiVZ): sie alle gehören privaten Unternehmen. Wollen wir diese Sachen nutzen, müssen wir den Geschäftsbedingungen zustimmen. Gerade für soziale Orte bedeutet das, dass unser Leben rechtlich reguliert wird – nicht jedoch durch demokratische Verfahren, sondern durch willkürliche Festlegungen der Eigentümer.
Welche Daten wir publizieren dürfen, was mit den Daten passiert, in was für Gruppen wir uns treffen und organisieren wollen, das alles wird durch den Eigentümer des entsprechenden sozialen Netzwerkes kontrolliert, ohne dass es eine demokratische Kontrolle gäbe. Man kann höchstens das Netzwerk verlassen, um den Preis seine Freunde, Informationsquellen oder Nebenverdienste aufzugeben.
Zukünftige Kämpfe werden sicherlich darum geführt werden, wie stark das Internet unter der Kontrolle der Eigentümer stehen wird und wie frei die Nutzer sein werden. Flankiert wird dies von den rechtlichen Entscheidungen des Staates. So gibt es die Möglichkeit mit Rechtsverordnungen die Kontrolle der Wirtschaft zu stärken oder abzuschwächen. Dabei ist jedoch nicht zu vergessen, dass auch der Staat ein Interesse an Kontrolle hat (siehe Schäuble und Stasi 2.0), weshalb eine staatliche Kooperation mit der Wirtschaft nicht unwahrscheinlich ist. Dann bliebe allerdings noch die Frage, ob das Internet überhaupt kontrollierbar ist. Es bleibt zu hoffen das es das nicht ist… [...mehr]
Schalttage sind den meisten bekannt – Schaltsekunden jedoch nicht. Schaltsekunden werden benötigt, um die Differenz zwischen physikalischer und astronomischer Zeitrechnung auszugleichen.
Die Erde braucht ungefähr 1/4 Tag länger um die Sonne zu umrunden als das Jahr Tage hat. Um dies auszugleichen wird alle vier Jahre ein Schalttag eingeführt – der 29. Februar. Dieses Prinzip ist bekannt. Es gibt jedoch noch ein anderes astronomisches Problem: der Mond bremst die Erde. Durch die Gezeiten, die vom Mond ausgelöst werden, wird die Erdrotation verlangsamt. Zwar nur ein kleines bißchen, aber immerhin: die Tage werden im Laufe der Zeit immer wieder um ein paar Millisekunden länger. Das bedeutet aber auch, dass die astronomische Sekunde, die schließlich als 1/86400 eines Tages definiert ist, ebenfalls länger wird.
Die physikalische Sekunde muss jedoch immer ganz exakt gleich lang sein. Deswegen wurde sie 1967 als das 9192631770-fache der Periodendauer des Übergangs zwischen Grundzustandiveaus von Atomen des Nuklids133 Cs definiert. Das ist eine konstante Größe. Dies führt dazu, dass die astronomische Sekunde von der physikalischen abweicht.
Um nun also die physikalische Zeitrechnung mit der astronomischen wieder zu synchronisieren, muss die physikalische Uhr in regelmäßigen Abständen um eine Sekunde vorgestellt werden. Diese Sekunde ist eine Schaltsekunde.
1972 wurde die Schaltsekunde eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt lag die Differenz zwischen physikalischer Zeitrechnung und astronomischer bereits bei 10 Sekunden. Deshalb gab es in den folgenden Jahren jedes Mal eine Schaltsekunde. Die letzte Schalsekunde hatten wir im Jahr 2005.
Die Erdrotation verlangsamt sich übrigens nur unregelmäßig. Deswegen ist es schwer vorherzusagen, wann eine Schaltsekunde notwendig ist. Hierzu bedarf es einer genauen Beobachtung der Erdrotation durch Radioteleskope aus dem Weltraum.
Im Zuge der Suche nach umweltschonender Energieerzeugung fällt das Augenmerk zunehmend auch auf thermoelektrische Materialien mit denen Wärme in Strom umgewandelt werden kann.
Bisher waren diese Materialien allerdings nicht sehr effizient. Nun ist es jedoch Wissenschaftlern gelungen, durch eine spezielle Verbindung die Effizenz zu erhöhen.
Thermoelektrische Materialien sind so beschaffen, dass wenn in ihnen ein Temperaturgefälle besteht, von der heißen Seite des Materials Elektronen zu der kalten Seite fließen. Dieser Elektronefluss kann als Strom nutzbar gemacht werden.
Die bisherigen Stoffe hatten nur einen Wirkungsgrad von 10%. Das war zuwenig um die Stoffe gewinnbringend zu verwenden. Amerikanische Wissenschaflter haben nun einen Halbleiter aus Wismut-Antimon-Tellurid hergestellt. Dieser ist schon recht gut, jedoch nicht gut genug.
Um den Wirkunsgrad zu erhöhen, muss die Stromerzeugung möglichst hoch sein und die Wärmeleitung gering. Dies ist den Wissenschaftlern gelungen, indem sie den Wismut-Antimon-Tellurid Halbleiter in nano-Partikel zerkleinert haben. Diese haben sie dann zu kleinen Blöcken wieder zusammengepresst. Durch diese Methode wird die sonst typische Gitterstruktur der Verbindung aufgelöst. Die Gitterstruktur ist ein wichtiges Element in der Wärmeleitung.
Der Wirkungsgrad des Wismut-Antimon-Tellurid Halbleiter konnte hierdurch um 20% erhöht werden. Damit besteht eine weitere Hoffnung die Energieeffizienz von Kraftwerken zu erhöhen und umweltschonender und effizienter Energie zu gewinnen. [...mehr]



