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Arbeiten in der Schweiz – Leben in Deutschland

Wer in der Schweiz arbeiten und dabei in Deutschland seinen Lebensmittelpunkt behalten möchte, sollte einiges beachten. Sogenannte Grenzgänger, stehen dabei vor einigen Problemen: Auf der einen Seite gibt es in der Schweiz sehr viele moderne Arbeitsplätze und das höchste Gehaltsniveau in Europa, auf der anderen Seite aber ein grundlegend anderes Modell der Sozial- und Krankenversicherung.

Was grundsätzlich zu beachten ist

Grenzgänger, die zwischen zwei Staaten wie der Schweiz und Deutschland pendeln, müssen mindestens einmal in der Woche an ihren Hauptwohnsitz in Deutschland zurückkehren. Natürlich dürfen sich Grenzgänger in der Schweiz auch eine Wohnung mieten oder ein Zimmer nehmen, ohne dafür eine Aufenthaltsgenehmigung zu benötigen. Bestimmte Fristen, dass man wie früher mindestens sechs Monate im Grenzgebiet gewohnt haben muss, um im Nachbarland arbeiten zu dürfen, gibt es nicht mehr. Dadurch eröffnet sich allen in Deutschland lebenden Personen die Möglichkeit, Grenzgänger in die Schweiz zu werden. Stellen- und Kantonswechsel innerhalb des Landes sind ebenfalls ohne Genehmigung möglich.
Die sogenannte Grenzgängerbewilligung (hier mehr Informationen) zwischen der Schweizer Eidgenossenschaft und Länder der EU bzw. des EFTA-Raums ist fünf Jahre lang gültig. Bedingung dafür ist ein gültiger Arbeitsvertrag. Wichtig: Wurde der Arbeitsvertrag mit einer Dauer von unter einem Jahr abgeschlossen, gilt auch die Grenzgängerbewilligung entsprechend nur für diesen Zeitraum. Die Bewilligung wird vom Schweizer Arbeitgeber beantragt. Wer nur maximal drei Monate in der Schweiz arbeiten möchte, benötigt gar keine Arbeitsbewilligung.

Was bei der Krankenversicherung beachtet werden muss

Für Grenzgänger ergeben sich im Rahmen der Krankenversicherung grundsätzlich vier Möglichkeiten, zwischen denen man wählen kann:

  • Der Grenzgänger schließt eine freiwillige private Schweizer Krankenversicherung sowie eine deutsche Zusatzversicherung (sogenanntes Grenzgängermodell) ab.
  • Es wird eine private deutsche Krankenversicherung abgeschlossen.
  • Der Grenzgänger versichert sich freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland.
  • Es wird die gesetzliche Pflichtversicherung in der Schweiz und eventuell eine deutsche Zusatzversicherung abgeschlossen.

Beratung ist wichtig

Welche Versicherung und welche Variante für den Einzelnen am besten sind, hängt von der individuellen Lebenslage des Betroffenen ab. Hier raten Versicherungsexperten unbedingt dazu, sich von Fachleuten hinsichtlich der Krankenversicherung beraten zu lassen. Sie können sich auch unter krankenkasse.ch aktuelle Informationen zu den Krankenkassen holen. Eine private deutsche Krankenversicherung ist beispielsweise für junge alleinstehende Männer die günstigste Alternative. Für Väter mit Kindern unter 18 Jahren rechnet sich dagegen die gesetzliche Schweizer Versicherung, vor allem wenn die Ehefrau nicht berufstätig ist. Grenzgänger wählen eine der Schweizer Pflichtkrankenversicherung aus, bleiben dabei aber Mitglied in der deutschen Krankenkasse. Die in Anspruch genommenen Leistungen werden dann von der deutschen mit der Schweizer Krankenversicherung verrechnet. Darüber hinaus ist das Grenzgängermodell für Männer und Frauen in bestimmten Konstellationen besonders interessant, da sich die Beiträge in der Schweiz nicht nach dem Einkommen richten sondern nach dem Eintrittsalter. Wegen des oftmals höheren Verdienstes in der Schweiz, kann man hier viel Geld sparen.

Lledó – Fotolia (Rechte am Bild)

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