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Archäologie: Neue Möglichkeiten durch 3D-Druck

Archäologie: Neue Möglichkeiten durch 3D-Druck

Der 3D-Druck ist neben dem Internet und Smartphone wahrscheinlich eine der wichtigsten Errungenschaften der letzten Jahrzehnte und wird heutzutage in der Industrie, Medizin und auch im Hobbysegment eingesetzt. Doch fast täglich finden sich neue Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel in der Archäologie wo das 3D-Projekt „Unlinger Reiter“ zuletzt in aller Munde war.

Kopien wertvoller Originale

Für die wissenschaftliche Auswertung kostbarer Originale bestand bis vor wenigen Jahren lediglich die Möglichkeit, diese durch direktes Abformen nachzubilden. Ein heikles Unterfangen, denn die Originalobjekte konnten bei diesem Prozedere leicht beschädigt werden.
Der 3D-Druck schafft heutzutage Abhilfe – von den wertvollen Fundstücken können dank modernster Technik 1:1-Kopien hergestellt werden, häufig sogar in einer ähnlichen, wenn nicht sogar identischen, Materialzusammensetzung.

Projekt „Unlinger Reiter“

Der 2016 in der Heuneburg gefundene „Unlinger Reiter“ ist eine Grabbeigabe eines keltischen Fürstengrabes aus der Hallstattzeit. Die aus Bronze hergestellte Statuette die sich auf 800 bis 700 v. Chr. datieren lässt, zeigt einen Reiter auf einem Doppelpferd und gilt als älteste Reiterdarstellung Deutschlands. Um berührungslos eine Kopie des Stückes herzustellen, kam das Verfahren der Röntgen-Computertomographie (CT) zum Einsatz, mit dem der „Unlinger Reiter“ zunächst als 3D-Modell in einen Computer übertragen wurde. Für das Drucken des Modells stellte die Firma Concept Laser dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg einen 3D-Drucker zur Verfügung, welcher dank LaserCUSING Technologie Objekte aus diversen Metallegierungen drucken kann.
Die eingesetzte Bronzelegierung ist der der Statuette in Bezug auf Dichte und Gewicht so ähnlich, dass eine Abbildung des „Unlinger Reiters“ hergestellt worden konnte, die dem Original zum Verwechseln ähnlich ist.

Zukünftige Anwendung

Nicht nur für wissenschaftliche Zwecke ist der 3D-Druck ein Segen, er ermöglicht in Zukunft auch, dass gleichzeitig an Originalteilen geforscht werden kann, während diese als Replikat bereits im Museum zu bestaunen sind. Denn die Technik ist heutzutage so weit, dass die künstlich hergestellten Teile sich von Leien nicht unterscheiden lassen.

 

Bildquelle: Pixabay, kaboompics, 791205

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