Home Naturwissenschaften Biologie Bärtierchen im Weltraum – sie sind nicht tot zu kriegen

Bärtierchen im Weltraum – sie sind nicht tot zu kriegen

Bärtierchen haben eine erstaunliche Überlebensfähigkeit. Dies wurde nach Tests mit ihnen im Weltraum herausgefunden.

Bärtierchen gehören zu den Häutungstieren und sind äußerst klein. Sie sind nur wenige Milimeter groß und haben acht Beine. Sie sind an recht unterschiedlichen Orten vertreten. So findet man sie im Meer als auch im Süßwasser und an Land in eher nassen Gegenden. So bevorzugen sie an Land nassen Sand oder Moospolster. Sie können sich von Pflanzenzellen als auch von kleinsten Tieren ernähren.

Eine große Besonderheit von Bärtierchen ist ihre Fähigkeit in einen Art Ruhezustand zu verfallen, der Kryptobiose. Dabei handelt es sich um eine Art Winterschlaf, bei der die Bärtierchen ihren Stoffwechsel im Grunde genommen einstellen. Sie bilden dabei Tönnchen. D.h. sie trocknen aus, sie dehydrieren. Dies sollte eigentlich endgültig tödlich sein, doch die Bärtierchen haben von der Evolution einen Trick mit auf den Weg bekommen. Sie ersetzen das Wasser durch Lipide und und den Zucker Trehalose. Dadurch schützen sie ihre Zellen vor Schädigungen. Diese Anhydrobiose dauert mehrere Stunden und kann dann Jahrzehnte oder länger aufrecht gehalten werden. In diesem Zustand können die Tiere Vakuum, extrem hoher Strahlung von 570.000 Röntgen (500 sind für den Menschen sofort tödlich) und Temperaturen zwischen 150°C und Minustemperaturen nahe des absoluten Nullpunktes ausgesetzt werden. Anschließend können sie sich in Kontakt mit Wasser rehydrieren und normal weiterleben. Damit werden sie neben einigen Flechten und Bakterienarten zu einer der überlebensfähigsten Lebensformen.

Durch ihre Fähigkeiten haben die Bärtierchen einige Diskussion ausgelöst. So wurde z.B. spekuliert, dass es sich bei ihnen um außerirdisches Leben handeln würde, weil ihre Möglichkeit bei extremen Minustemperaturen zu überleben um eine Überanspassung handele für die es auf der Erde keinen Nutzen gebe. Dies ist fragwürdig, da mit der Anpassung an Minustemperaturen die Überlebensfähigkeit bei extremen Minustemperaturen eine notwendige Folge ist. Außerdem wurde über das diskutiert was Leben ist. Als Tönnchen sei zumindest fragwürdig ob die Tiere noch leben. Handelt es sich bei der Rehydrierung um eine Art Wiedergeburt? Können die Tiere wenn ihre Wiederbelebung nicht gelingt aus einem Todeszustand heraus sterben? Diese Fragen zeigen nur wie komplex die Debatten um die Natur des Lebens sind.

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