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Baumwolle: Ursprung, Aufschwung und Bedeutung

Die Baumwollpflanze ist eine alte Kulturpflanze, die unabhängig voneinander in Amerika, Asien und Afrika erstmals angebaut und verarbeitet wurde. Die ältesten Hinweise auf den Gebrauch von Baumwolltextilien finden sich in Indien vor etwa 8000 Jahren. Dabei ist die Baumwollpflanze kein Baum, sondern ein Strauch, der eine Höhe von bis zu 6 Metern erreichen kann. Aus seinen Samenhaaren wird die Baumwollfaser gewonnen. Der Handel mit Baumwolle wuchs ab dem 14. Jahrhundert in Venedig stark an, da das Material im Vergleich zur herkömmlichen Schafwolle für seine Qualität und Weichheit bekannt war.

Der Siegeszug der Baumwolle

Ihren großen Aufschwung erlebte die Baumwolle durch die Industrielle Revolution, da die Naturfaser nun maschinell verarbeitet werden konnte. Die Erfindung der ersten leistungsstarken Spinnmaschine, der „Spinning Jenny“ war schließlich Grundlage für die Massenproduktion von Baumwolltextilien in Großbritannien. Seit dem 20. Jahrhundert erhält das Material jedoch Konkurrenz durch chemisch hergestellte Fasern wie Polyester. Trotzdem sind die Vorteile von Baumwolltextilien unerreicht: Sie gilt als besonders hautfreundlich, weich und dehnfähig und ist zudem widerstandsfähig gegen Motten. Heute macht die Baumwolle ein Drittel aller Materialien der Textilfaserindustrie weltweit aus, sodass sie Ausgangspunkt für die Herstellung von Kleidung, Zelten, Seilen, Schläuchen und Banknoten ist. Anbaugebiete sind mittlerweile primär in Indien, China, den USA und Afrika zu finden.

Baumwolle und soziale Verantwortung

Aufgrund der benachteiligten Umstände in den Anbauländern von Baumwolle ist die Gefahr der Ausbeutung durch die Industrienationen besonders groß. Interessant zu wissen: Da Indien von England als Kolonialmacht wegen ihres Baumwollvorkommens ausgebeutet wurde, machte Mahatma Gandhi das Spinnrad zum Symbol des pazifistischen Widerstandes. Damit rief er die Inder auf, keine billigen Baumwollstoffe mehr an England zu verkaufen.

Baumwolltextilien heute

Auch heute noch ist die Baumwolle die beliebteste Naturfaser der Textilindustrie und gilt als besonders weich, anschmiegsam und qualitativ hochwertig. Der Hersteller Falke setzt dabei zum Beispiel nicht auf möglichst günstige Massenproduktion, sondern Qualität und Design im hochwertigen Bereich. Gegründet im Jahre 1895, bietet Falke seinen Kunden auch heute noch Baumwolltextilien in diversen Ausführungen: Von Socken, Strümpfen und Unterwäsche bis hin zu Sportbekleidung zeigt sich die Vielseitigkeit der Baumwollfaser.

Bild: Jörg Stumpf – Fotolia

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