» Chemie


Autor: Richert

Das Knicklicht war von den Technopartys der 90er Jahre nicht wegzudenken. Wie funktionieren sie eigentlich und warum erhitzen sie sich nicht beim Leuchten?

Knicklichter oder Leuchtstäbe waren nicht nur ein Accessoire der Technoszene. Sie werden auch in Notsituationen, beim Fischen oder von Schwimmern verwendet und Kinder spielen einfach unheimlich gern mit dem leuchtenden Stäben. Das glühende Licht gibt es in verschiedenen Größen und in Blau-, Rot-, Gelb- und Grüntönen. Ihre Leuchtdauer hält bis zu 15 Stunden an und das ganz ohne Strom.     [...mehr]



Autor: Richert

Formaldehyd ist bei normaler Raumtemperatur eine gasförmige Chemikalie, die zu der Stoffgruppe der Aldehyde gehört. Er ist sehr gut löslich in Wasser und Alkohol. Die wässrige Lösung von Formaldehyd ist unter dem Namen Formalin ein wichtiges Handelsprodukt und wird für Desinfektionsmittel oder als Basis für andere Werkstoffe im täglichen Leben genutzt.

Für Formaldehyd war bereits eine Verbotsverordnung wegen des Verdachts auf Krebserzeugung fertig ausgearbeitet, deswegen ist der Einsatz dieses Stoffen eher kritisch zu betrachten. Die Verbotsverordnung wurde damals im letzten Moment wegen der großen wirtschaftlichen Bedeutung der chemischen Zusammensetzung für die Industrie verhindert.

Der Belastungsfaktor als Desinfektionsmittel, in Textilprobukten oder sogar Süßungsmitteln ist  eher gering doch nicht von der Hand zu weisen. Gerade in der Verarbeitung von zum Beispiel Holzwerkstoffen wie Spanplatten wird Klebstoff auf Basis von Formaldehyd verwendet. Die Dämpfe kann man deutlich riechen und sollte deswegen eine ausreichend lange Belüftung der Räume nach einer Bauphase unbedingt beachten.

Formaldehyd – Gefährlich für den Menschen

Üblicherweise wird Formaldehyd im Körper zu Ameisensäure oxidiert. Bei einem Teil der Formaldehydgeschädigten ist diese Reaktion offensichtlich blockiert. Bei ihnen wird das Formaldehyd in Methanol umgewandelt, so daß eine Methanolvergiftung entsteht. Folgen können weitreichende Nervenschäden sein.

Einsatzgebiet von Formaldehydbelastung

Formaldehyd wird in erster Linie für die Herstellung von Desinfektionsmitteln verwendet. Andere Produkte auf Formaldehyd-Basis sind zum Beispiel Süßstoffe, Bindemittel, Klebstoffe, Textilhilfsmittel, Düngemittel, Konservierungsmittel, Selbstbräuner und viele andere Produkte aus unserem Alltag.    [...mehr]



Autor: Richert

Wasserstoffperoxid (H2O2) ist vielen Menschen wohl als Bleichmittel im Zusammenhang mit dem Friseur bekannt. Dort wird es vor dem Blondieren von Haaren zum Entfärben eingesetzt, damit der eigentliche blonde Farbstoff überhaupt zur Geltung kommt. Dabei wird Wasserstoffperoxid auch in zahlreichen anderen Gebieten eingesetzt, u.a. als Raketentreibstoff!

Bei Raumtemperatur und unter sonstigen normalen Umgebungsbedingungen ist Wasserstoffperoxid – nicht zu verwechseln mit Wasser ( H2O), Wasserstoff (H2) oder Sauerstoff (O2) – eine blass blaue bis farblose Flüssigkeit und ein starkes Oxidationsmittel.

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Bekannteste Anwendungen von Wasserstoffperoxid: Bleichen in verschiedenen Bereichen

Beim Friseur eingesetzte Verdünnungen (2-10 %) zerstören die Farbpigmente der Haare, können aber bei zu langer Einwirkzeit oder zu hoher Konzentration die Haare und Kopfhaut oder gar den ganzen Körper nachhaltig schädigen, zumal durch den chemischen Prozess Wärme entsteht. Man sollte also nur geschultes und verantwortungsbewusstes Personal an sich und seine Haare lassen.

Aber Wasserstoffperoxid wird für weit mehr genutzt: in der jeweiligen Anwendung angepassten Konzentrationen ist H2O2 ein zuverlässiges Desinfektions– und Sterilisationsmittel, das seinen Einsatz in der Zahnmedizin (Mundspülungen), Kosmetik- und Lebensmittelindustrie und vielen anderen wissenschaftlichen und industriellen Gebieten findet, so v.a. auch als Bleichmittel von Papier, Zellstoff und Zähnen und zur Bekämpfung von Schimmel.

In konzentrierter Form wurde Wasserstoffperoxid auch als Raketentreibstoff eingesetzt, der weitere Stoffe aus dem Bereich der Chemie zersetzt und so gewaltige Mengen an Energie freisetzt.

Seit kurzem glauben Forscher, dass das Ergrauen der Haare mit zunehmendem Alter mit einem vermehrten Auftreten von Wasserstoffperoxid in den Haaren zu tun haben könnte.    [...mehr]



Autor: Richert

Blausäure klingt nach Mord und Totschlag. Und tatsächlich wirken bereits geringe Mengen tödlich. Dabei geht der Name auf das blaue Pigment des schönen Berliner Blaus zurück.

Ein Krimi von Agatha Christie trägt den Titel “Blausäure”. Darin wird die schöne Rose mit Blausäure vergiftet. Wenn sie vorher den charakteristischen Bittermandel-Geruch wahrgenommen haben sollte, war auch da schon alles zu spät. Sie ist daher für den Chemie-Unterricht verboten.

Vorkommen

Berliner Blau in Berliner Luft © flickr/Dave the Haligonian

Blausäure ist in reinem Zustand eine farblose Flüssigkeit mit einem Bittermandel- bzw. Marzipangeruch. Ein anderer Name ist Cyanwasserstoff. Der Name geht auf die ursprüngliche Gewinnung aus dem blauen Pigment Berliner Blau zurück. In der Natur kommt Blausäure in bitteren Mandeln und Pflanzen wie der Akelei in geringen Mengen vor.

Historisches

Wahrscheinlich um 1706 wurde Berliner Blau erstmals von dem Berliner Farbenhersteller Diesbach erfunden und produziert.

In Theodor Fontanes Roman “Frau Jenny Treibel” gibt es die Berliner Fabrikanten-Familie Treibel, die den Farbstoff Berliner Blau herstellt. Das historische Vorbild ist die Unternehmerfamilie Kunheim, mit der Fontanes Schwester Jenny Sommerfeld befreundet war.

Unter dem industriellen Namen “Zyklon B” wurde Blausäure auf das Entsetzlichste missbraucht, als die Nationalsozialisten mit diesem Gas in den Vernichtungslagern Majadanek und Auschwitz-Birkenau Juden in unfassbar hoher Zahl ermordeten.

In einigen Staaten der USA wurden mit Blausäuregas noch bis 1999 Delinquenten hingerichtet. Heute ist diese Vollstreckungsmethode nur noch zulässig, wenn die Giftspitze nicht eingesetzt werden kann.

Industrielle Verwendung

Blausäure wird in der Industrie und im Bergbau eingesetzt, um u.a. Chlorcyan, Cyanurchlorid, Aminosäuren, Natriumcyanid und weitere Derivate herzustellen. Auch zum Auslaugen von Gold wird Blausäure angewendet. Aus Cyanurchlorid werden u.a. Pflanzenschutzmittel synthetisiert.

In Agatha Christies Krimi fällt übrigens noch eine zweite Person einem Blausäure-Attentat zum Opfer.
Mehr sei aber nicht verraten.    [...mehr]



Autor: Martin

Forscher haben zeigen können, dass Bor eine seltsame kristalline Struktur annehmen kann, die in dieser Art nicht erwartet worden ist. Dies ermöglicht weitere Anschlüsse der Forschung an neuen Materialien.

Bor ohne Kristall Quelle: Wikipedia Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0 Germany © Tomihahndorf

Bor besitzt von allen Elementen die höchste Zugfestigkeit und nach Diamanten die zweithöchste Härte natürlich vorkommender Stoffe. Nur Aggregierte Diamant-Nanoröhrchen, die künstlich hergestellt werden müssen, sind härter. Dies macht Bor natürlich auch zu einem interessanten Verarbeitungsstoff. Anwendung findet er bei Hubschraubermotoren, Tennisracks und Golfschlägern.

Für die Untersuchung der Eigenschaften von Bor benötigen die Wissenschaftler_innen besonders reines Bor. Verunreinigungen führen schnell zu einem abweichenden chemischen Verhalten. Für die Untersuchungen die eine neue kristalline Struktur des Bors hervorgebracht haben, verwendete Artem Oganow Bor, bei dem nur ein fremdes Atom pro eine Million Bor-Atome zu finden war.    [...mehr]