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„Das Foucaultsche Pendel“ – Umberto Eco

Lange vor Dan Browns spannenden, aber nicht sehr gut recherchierten Verschwörungstheorien um den Orden der Templer beschäftigte sich Umberto Eco, vor allem bekannt durch Historische Bücher wie „Der Name der Rose“, mit diesen Theorien um Mystik, Geheimbünde und Weltherrschaft.

Drei Lektoren, Casaubon, Belbo und Diotallevi, aus einem kleinen Verlag in Mailand stoßen auf ein merkwürdiges Manuskript aus dem 14. Jahrhundert. Da sie sich beruflich eh viel mit Mystik und Okkultismus beschäftigen, merken sie schnell, dass es sich um das verschollene Vermächtnis des 1312 zeschlagenen Templerordens handeln könnte.

Als sie, anfangs mehr zum Spaß, beginnen nach geheimen verschlüsselten Botschaften zu suchen, passieren auf einmal merkwürdige Dinge. Sie sind anscheinend nicht die einzigen, die auf der Jagd nach dem Geheimnis der Schrift sind.

Das Manuskript enthält offenkundig den großen Plan der Templer. Alle 120 Jahre treffen sich die jeweiligen 36 Nachkommen der Ritter um diesen Plan und die Templergeheimnisse mündlich weiterzugeben. Sie finden heraus, dass die Durchführung dieses geheimen Planes bald ansteht.

Als der Autor eines Buches über Verschwörungstheorien und ein Kunde der Protagonisten spurlos verschwindet, nimmt die Polizei die Ermittlungen auf und Casaubon, der Ich-Erzähler des Buches, geht für zwei Jahre nach Brasilien. Aber auch hier lassen ihn die okkulten Themen nicht los. Er gerät in Kontakt mit der südamerikanischen Spiritualität und lernt einen Mann kennen, der vorgibt der Graf von Saint-Germain und unsterblich zu sein.

Zurück in Mailand wird Casaubon sehr schnell wieder in dutzende von mystischen Theorien und Ereignisse verwickelt. Aber auch ihre Mitstreiter um die Lösung des Geheimnisses treten wieder auf den Plan und schrecken auch nicht vor Mord zurück.

Umberto Eco gelingt es in diesem Werk meisterlich eine spannende Geschichte im Genre des Okkulten und der Verschwörungstheorien zu erzählen und gleichzeitig ständig diese mit einem Augenzwinkern zu parodieren. Es führt uns eindrucksvoll vor, dass man sich selbst im Alltag aus allem und jedem einen Geheimplan oder eine Verschwörung zusammenreimen kann. (Wenn da nicht mal Dan Brown eine offensichtliche Inspirationsquelle gefunden hat… 😉 )

Das Buch ist voll von historischen und okkulten Geschichten und Tatsachen, die einem immer in einem amüsanten oder spannenden Stil beigebracht werden, ohne jemals zu belehren.

Manche Stellen sind zwar wirklich hart zu lesen und man wird das Buch je nach Stimmung auch mal weglegen müssen, aber dranbleiben lohnt sich hier allemal. Also durchhalten! Ihr werdet nicht enttäuscht werden…

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2 Kommentare

  1. Cagliostro

    6. März 2008 at 14:01

    Ein genialer Roman, den ich kürzlich zum ersten Mal gelesen habe – mindestens so gut wie „Der Name der Rose“. Von Eco sind auch die „Streichholzbriefe“ toll.

  2. bibliophilie

    26. August 2008 at 21:23

    Eco kann ich auch nur empfehlen. Gabs vor einiger Zeit mal super günstig als schöne Hardcoverausgaben von zweitausendundeins. Das Pendel habe ich zweimal gelesen, es empfiehlt sich unterstütztend das Buch „Das Geheimnis des Pendels entschlüsselt“ zu lesen; ist aber glaube ich nur noch im Antiquariat zu haben. Das ist so eine Art Lexikon fürs Pendel.

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