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Das Land der Wertpapier-Skeptiker: Aktien in Deutschland

Die Deutschen und die Aktien – das ist eine Geschichte für sich. Der Startschuss für den Aktienhandel fiel Ende des 17. Jahrhunderts mit Gründung der ersten deutschen Aktiengesellschaft. Doch bis heute gelten die Deutschen als Wertpapier-Skeptiker, nur einmal gab es einen Run: 1996 zum Handelsstart der T-Aktie.

Startschuss für die erste Aktiengesellschaft in Deutschland

Am 17. März 1682 gründete Friedrich Wilhelm von Brandenburg, berühmt als „Der Große Kurfürst“, mit der „Handels-Compagnie auf denen Küsten von Guinea“ die erste deutsche Aktiengesellschaft. Als erstes, einer Aktiengesellschaft ähnelndes Unternehmen gilt übrigens die Banca di San Georgio, die 1407 in Genua ins Leben gerufen wurde.

In Deutschland gründeten sich Ende des 17. Jahrhunderts zahlreiche weitere Aktiengesellschaften, darunter diverse Handels- und Versicherungsgesellschaften. Zudem gaben Städte und Gemeinden Anleihen heraus, über die zum Beispiel Infrastrukturmaßnahmen finanziert wurden.

Bis ins 19. Jahrhundert gab es keine allgemeinen gesetzlichen Vorgaben zur Gründung von Aktiengesellschaften, erst 1843 regelte Preußen das Aktienrecht. 1862 wurde es dann durch das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch für Deutschland und Österreich einheitlich festgelegt.

Wer sich erstmalig aufs Börsenparkett begibt, sollte sich zuvor aber mit den Grundlagen des Aktienwesens vertraut machen und die Empfehlungen von Profis beherzigen – wie diese 6 Strategie-Tipps und diesen Buchklassiker. Ein weiterer Lektüretipp sind diese 10 Tipps für Einsteiger.

Börsencrash und Weltwirtschaftskrise

In der Folge wuchs der Aktienhandel in Deutschland stetig – bis der Erste Weltkrieg ausbrach. Mitte 1914 mussten die deutschen Börsen aufgrund der unmittelbaren Kriegsgefahr schließen. Nach dem Krieg herrschte auf den Finanzmärkten Unsicherheit, in den USA begannen immer mehr Menschen mit Aktien zu spekulieren – bis zum großen Knall am Vormittag des 24. Oktober 1929. Sinkende Kurse führten zu Panikreaktionen, die wiederum ließen die Kurse ins Bodenlose fallen. Der Schock brachte die komplette Weltwirtschaft ins Wanken – und begünstigte in Deutschland den Aufstieg der Nazis an die Macht.

Der Absturz der „Volksaktie“

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Aktienwesen, wie wir es heute kennen. Den meisten Deutschen waren Aktien aber suspekt, sie setzten lieber auf das Sparbuch und staatliche Anleihen wie Bundesschatzbriefe. Einen regelrechten Run auf eine Aktie gab es erst im Jahr 1996 mit dem Handelsstart der T-Aktie. Der 18. November war ein Tag der Rekorde, die Telekom konnte 713 Millionen Aktien verkaufen und nahm so etwa 20 Milliarden DM ein. Die Kurse stiegen und stiegen – bis im Mai 2000 die Internetblase platzte und in der Folge der Kurs der T-Aktie einbrach. Der Absturz der vermeintlichen „Volksaktie“ und sicheren Geldanlage führte dazu, dass sich viele Deutsche in ihrer Skepsis gegenüber Wertpapieren bestärkt fühlten.

Es ist nie zu spät: Aktientipps für Einsteiger

Aktuell gibt es rund zehn Millionen Aktienbesitzer in Deutschland, und Experten sind sich einig: Angesichts historisch niedriger Zinsen zählen Aktien und Aktienfonds zu den wenigen geeigneten Mitteln, um bei der Geldanlage Gewinne zu erzielen. Und: Es ist nie zu spät, in den Aktienhandel einzusteigen.

Bild: pixabay.com, geralt, 2411763

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