Home Allgemeinwissen Das wird mir zu bunt – Bio-Ostereier als Herausforderung für Produzenten

Das wird mir zu bunt – Bio-Ostereier als Herausforderung für Produzenten

Für die Lebensmittelindustrie ist Ostern ein wichtiger Termin. Und auch dieses Jahr wird es wieder knifflig für die Bio-Produzenten: Es gibt zu wenige weiße Bio-Eier zum Bemalen, aber keine Bio-Farben, die deckkräftig genug wären, um braune Eier in strahlend bunte Ostereier zu verwandeln.

Der Mythos des braunen Bio-Eis

Es ist noch etwas Zeit bis Ostern, denn erst Mitte April werden wieder Eier gesucht. Doch die Lebensmittelhersteller haben längst damit begonnen, sich Gedanken zu machen: Gerade für Bio-Produzenten sind Ostereier ein kniffliges Thema, von 26 Bio-Betrieben produzieren nämlich nur zwei weiße Eier. Der Grund ist simpel: Bei vielen Kunden hat sich das Bild des weiß legenden Huhns als Synonym für Käfigtierhaltung eingeprägt. Tatsächlich greifen die meisten Bio-Käufer lieber zu braunen Eiern, da diese für sie Ausdruck biologischer Tierhaltung sind. Nur Ostern möchte plötzlich jeder weiße Eier, da die sich nun mal besser bemalen lassen. Und auch die Bio-Produzenten kämpfen mit diesem Problem, möchten sie doch gern bunt bemalte, gekochte Eier verkaufen. Da Bio-Farben nicht so deckend wie künstliche Farbstoffe sind, müssten auch sie dafür Ostern zu weißen Bio-Eiern greifen, die allerdings nicht in ausreichender Menge vorhanden sind.

Keine Bio-Farbe, keine Bio-Ostereier

Zum Verhängnis wurde dies vor einigen Jahren einem bayerischen Biobauern. Dieser wollte Ostern seine Bio-Eier bunt bemalt in den Handel bringen. Was er dabei nicht bedacht hatte: Die Farbe, mit der die Eier bemalt werden, muss ebenfalls der Bio-Verordnung entsprechen. So stand der Bauer vor vielen tausend bemalten Bio-Eiern und konnte sie nicht als solche verkaufen. Die Eier schlicht als konventionelle anzubieten, hätte für den Produzenten gewaltige Umsatzeinbußen bedeutet. Sein Verweis auf die EU-Verordnung, die vorsieht, dass die Haut von Bio-Käse Farbstoffe enthalten darf, die nicht Bio sind, half ihm leider auch nicht. So fuhr der Bio-Bauer eines Tages mit seinen Eiern bei der EU-Vertretung in München vor und lud sie dort kurzerhand vor der Eingangstür ab.

Farbe bekennen

Doch ob Bio-Farbe oder nicht – die Farben sind nicht zum Verzehr bestimmt, auch wenn die Stiftung Warentest Entwarnung gibt: Bemalte Eier aus dem Handel sind immer mit zugelassenen Lebensmittelfarben gefärbt. Einige der Farbstoffe, die nicht der Bio-Verordnung entsprechen, gelten jedoch als durchaus bedenklich. So steht der bewährte Farbstoff E 122, der häufig auch Kuchenglasuren und Gummibärchen eine kirschrote Farbe gibt, unter dem Verdacht, Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität bei Kindern hervorzurufen. Wenn du zu Hause gekochte Eier färben möchtest, solltest du daher beachten, dass Malkästen und Filzstifte ungeeignet sind, wenn du die Eier später verzehren möchtest. Alternativ kannst du Färbetabletten verwenden, die im Wasser aufgelöst werden. Bist du dir unsicher, male nur ausgeblasene Eier an und verwende zum Essen lieber unbemalte Eier.


IMG: sk_design – Fotolia

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