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Denkmalschutz im Personenverkehr

Denkmalschutz ist auch für öffentliche Einrichtungen ein wichtiges Thema. Gerade bei hochfrequentierten Bauwerken wie zum Beispiel dem Grazer Hauptbahnhof, der jährlich von bis zu elf Millionen Menschen genutzt wird, obwohl das Zentralgebäude des Hauptbahnhofs denkmalgeschützt ist.

Erste bauliche Änderung im Rahmen der geplanten Sanierung, war das von den Grazern „Golden Eye“ genannte Vordach, das für wartende Fahrgäste von Bus und Taxi errichtet wurde. Die Konstruktion der beiden Wiener Architekten Zechner & Zechner ist freistehend, um das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude nicht zu beeinträchtigen. Über 3.000 Quadratmeter Überdachung bietet das futuristische Bauwerk in Form eines Ringes. Mehr als 1.000 Menschen können hier auch bei Regen trockenen Fußes ausharren. Doch damit nicht genug!

Als besonders mutet die unterirdische Straßenbahntrasse an. Ähnlich einer U-Bahnstation, aber dennoch mit freiem Blick zum Himmel, wurde die Straßenbahnstation im Erdboden versenkt, und zwar gerade so weit, dass das Dach mit der Erdoberfläche abschließt. Das Tageslicht wird dank offener Dachkonstruktion genutzt, gleichzeitig wird die Straßenbahnstation auf natürliche Weise belüftet. Besonders kniffelig: Die Platzverhältnisse am Grazer Bahnhofsplateau sind sehr eingeschränkt, die Bauteile mussten deshalb weitestgehend im Werk vormontiert und schließlich am Zielort zusammengesetzt werden.

Kunst am Bau

Mit umgerechnet 260 Millionen Euro, hat sich der österreichische Verwaltungsapparat das Bauprojekt Einiges kosten lassen. Dafür hat man nicht nur eine Sanierung erwirkt, sondern auch eine zusätzliche Sehenswürdigkeit für die zweitgrößte Stadt Österreichs geschaffen. Doch auch das denkmalgeschützte Hauptgebäude, dass 2003 vom Innsbrucker Kunstschaffenden Peter Kogler neu gestaltet wurde, weiß visuell zu begeistern. So wurden die Innenwände anlässlich des Jahres der Kulturhauptstadt in ein 2.300 Quadratmeter großes Kunststofftuch gehüllt, dass mit geometrischen Formen verziert ist. Ursprünglich sollte die Installation anschließend demontiert werden, doch aufgrund der positiven Reaktionen seitens der Bevölkerung, behielt man die Installation bei.

Viele haben die Zeichen der Zeit erkannt und verstanden, dass Orte mit großer Fluktuation die Möglichkeit bieten, hohe Umsätze durch Laufgeschäft zu erzielen. So werden inzwischen viele Anlagen des öffentlichen Personenverkehrs umgerüstet oder neuerrichtet und dabei ein spezieller Augenmerk auf die dortigen Einkaufsmöglichkeiten gelegt. Supermärkte, Buchläden, Cafés und Bäckereien sind zum vertrauten Anblick geworden. Orte, die dabei auch visuell zum Verweilen einladen, sind dabei besonders willkommen. Es zeigt sich: Kunst muss nicht immer brotlos sein!



IMG: By Invisible.Invisible at de.wikipedia [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

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