Home Naturwissenschaften Biologie Der Laborburger: Die Zukunft der tierfreundlichen Fleischindustrie?

Der Laborburger: Die Zukunft der tierfreundlichen Fleischindustrie?

Ein Burger, der aus Fleisch entsteht, das aus einem Reagenzglas kam? Es klingt abschreckend und ist derzeit auch noch so teuer, dass es höchstens als Luxusgut von Millionären gereicht werden kann, aber das Potenzial für die zukünftige Fleischversorgung ist damit gelegt.

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Die Welt dürstet nach Fleisch, aber die Versorgung wird immer schwerer, nicht zuletzt, weil es rein moralisch auch weiterhin ein Problem ist, dafür zu sorgen, dass die Tiere unter ertragbaren Umständen gezüchtet werden. Doch wie immer würde es eine potentiell vielversprechende Alternative in der Wissenschaft geben, die derzeit jedoch noch reichlich teuer und unappetitlich klingt.

Wie entsteht das künstliche Fleisch?

Fleisch aus dem Reagenzglas entsteht so, dass aus tierischen Zellprodukten, die aus Schlachthäusern gewonnen wurden, in-vitro weitere Fleischzellen entwickelt werden. Das funktioniert mit den Stammzellen, die mit Zuckern, Aminosäuren, Fetten, Mineralien und anderen Zusatzstoffen „gefüttert“ werden, so dass sie das „natürliche“ Wachsen soweit imitieren können, dass echtes Fleisch daraus entsteht. Das wird dann auch künstlich aktiv gehalten, so dass Muskeln nicht verkümmern, sondern wachsen können. Daraus könnte man wiederum weiteres Fleisch züchten, so dass die Schlachtung von Tieren rein hypothetisch nicht mehr nötig wäre.

Noch ineffizient

Derzeit sehen die Ergebnisse noch mager aus, Mark Post der Maastricht Universität in Holland rechnete grob mit einem Burger für 345000$, da die derzeitigen Ergebnisse minimal und sehr aufwändig zu erreichen sind, gerade mal 2,5cm Muskelfleisch konnten in einzelnen Stücken produziert werden, bis daraus ein Burger wird, dauert es noch, zumal der Mangel an Blut aus dem Fleisch eine weiße, beinahe durchscheinende Masse macht, die nicht sehr genüßlich aussieht.

Zukunft des Fleischmarktes?

Aber Post ist davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis aus diesen Anfängen eine kostengünstige und umweltfreundliche Lösung zur Nahrungsherstellung entstehen kann.

Trotz der kulturellen Trends, sind Vegetarier und Veganer immer noch in der Minderzahl und der Fleischverbrauch steigt jährlich. Eine künstliche Fleischherstellung mag auf den ersten Blick skurril und unnatürlich erscheinen, aber sie bietet sicher eine ethisch vertretbarere Methode ab, als Massentierhaltung, solange nur die Vorgehensweise offen gelegt wird und die Zusatzstoffe in dem künstlich erschaffenen Fleisch streng überprüft werden.

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