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Der Seelenbrecher von Sebastian Fitzek

Der  Roman „Der Seelenbrecher“ ist zweifelsohne eines der besten Werke von Sebastian Fitzek. Durchdrungen von einer spannenden Atmosphäre sind sie alle, doch im Seelenbrecher treibt der Autor dies nochmal auf die Spitze.

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Drei junge Frauen werden aufgefunden. Ihnen scheint jede Wahrnehmung der Außenwelt zu fehlen. Sie sind seelisch gebrochen. Doch sie wurden nicht misshandelt, gefoltert oder sexuell missbraucht, ihnen geschah Unvorstellbares.

Die Handlung vollzieht sich auf zwei Ebenen. Auf der ersten sollen Studenten ein Experiment durchführen, dass darin besteht, dass sie eine Krankenakte lesen sollen.

Auf der zweiten Ebene ist Caspar, ein Mann ohne Gedächtnis, der nach und nach Bruchstücke seiner Erinnerung zurückgewinnt.

Beklemmung und Spannung

In seinem Roman kreiert Sebastian Fitzek ein Szenario, wie es schon häufig in vielen Horrorfilmen verwendet wurde. Eine Gruppe Menschen wird von der Außenwelt abgeschnitten und ist mit einem noch unbekannten Psychopathen allein. Doch der Autor schafft hier eine Atmosphäre, die noch nicht mal in einem Film greifbar wird.

Beim Lesen ist man von einem stetigen Schauer und dem Gefühl der Machtlosigkeit und des Unvorhersehbaren erfüllt. Hinter jeder Seite scheint die unfassbare Bedrohung zu lauern und man schafft es sich so stark in die Handlung hineinzuversetzen, dass man, von Grusel erfüllt, nur noch denkt – ich will hier raus! Das Hier ist in diesem Fall eine psychiatrische Privatklinik, was die empfundene Beklemmung noch verstärkt.

Verwirrung und verschwimmende Grenzen der Fiktion

Bis zum Schluss hat man nicht die geringste Ahnung, wer der Seelenbrecher ist und warum dieses Monster sein grausames Spiel treibt. Die Lösung ist dann ebenso überraschend wie tragisch, wird aber hier natürlich nicht verraten. Fitzeks große Stärke ist das Spiel mit Realität und Fiktion, mit Unwahrscheinlichem und Unmöglichem und dem ganz großen Drama.

Ganz bewusst sät er bei seinen Lesern Zweifel, ob in der Schilderung des Geschehens nicht doch ein gewisser Wahrheitsgehalt steckt.

Das Buch ist, wie eigentlich alles aus der Feder Fitzeks, absolut zu empfehlen und nichts für schwache Nerven. Wer einen Roman des Autors in die Hand nimmt, der muss sich darauf gefasst machen, im wahrsten Sinne des Wortes die dunkle Seite zu erleben – Dinge, von denen wir wissen, dass sie existieren, die wir aber lieber in die hinterste Ecke unseres Bewusstseins schieben.

Ein absolut filmreifer Stoff.

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