Home Geisteswissenschaften Literatur „Die Insel der verlorenen Kinder“ von Jennifer McMahon – *Gähn*

„Die Insel der verlorenen Kinder“ von Jennifer McMahon – *Gähn*

Nachdem Jennifer McMahons Debüt „Das Mädchen im Wald“ noch einigermaßen spannend war und wenigstens in Ansätzen als Thriller bezeichnet werden konnte, erreicht der Nachfolger „Die Insel der verlorenen Kinder“ nicht einmal mehr das.

Irgendwie fühlt man sich ein wenig verschaukelt, denn von neuen Einfällen kann in weiten Teilen keine Rede sein. Wieder geht es um ein Dorf, das durch vehementes Schweigen ein Verbrechen deckt, wieder steht eine mehr als flache Protagonistin im Zentrum, die natürlich als einzige den Mut hat zu ermitteln, und wieder spielt die Handlung auf zwei Zeitebenen: Kindheit und Gegenwart. Nur das Okkulte wurde herausgelassen.

Und so lamentiert sich die Autorin Jennifer McMahon von einer Seite zur nächsten. Man könnte locker etliche Passagen überspringen und würde irgendwie immer noch in der Geschichte sein, die einfach nicht von der Stelle kommt.

Im Jahr 2006 wird Rhonda Zeugin einer Entführung: An einer Tankstelle folgt die kleine Ernestine vertrauensselig einem Mann in einem Hasenkostüm während ihre Mutter im Laden der Tankstelle einkauft. Ernestine bleibt verschwunden… Und Rhonda wird beschuldigt nicht eingeschritten zu sein, denn sie dachte, das das Mädchen den Mann kenne.

Jäh wird die Protagonistin an ihre Kindheit erinnert: Zu dieser Zeit verschwand auch ihre Freundin Lizzy. Rhonda beginnt nun in beiden Fällen zu ermitteln, denn sie weisen merkwürdige Parallelen auf. Stecken ihre Freunde von damals dahinter?

Irgendwie wirkt in „Die Insel der verlorenen Kinder“ keine Person auch nur annähernd authentisch. Alle scheinen engstirnige und sture Dorftrottel zu sein. Nur Rhonda wirkt einigermaßen menschlich. Doch das wird dann wieder zunichte gemacht, indem sie dermaßen tollpatschig ist und jedes nur erdenkliche Fettnäpfchen mitnimmt…

Ansonsten plätschert die Geschichte fröhlich bzw. zum Gähnen vor sich hin. Es werden Thesen aufgestellt, wer es gewesen sein könnte. Die werden dann verworfen, bis die nächsten Thesen kommen, die dann ebenfalls verworfen werden usw. Und jedesmal, wenn nur ansatzweise Spannung auftaucht wird diese durch einen Nichtssagenden Zeitwechsel wieder zunichte gemacht.

Nur Leute mit chronischen Schlafproblemen sollten dieses stilistisch enorm flache Buch lesen. Es wirkt tausendmal besser als alle Tranquilizer…

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