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Die Liebe zum runden Leder – deutsche Fußballfilme

Fußball Fans feiern im Stadion

Fußball ist der Deutschen liebste Freizeit-beschäftigung. Ob Bundesliga oder National-mannschaft, der Kampf um das runde Leder ist längst nicht mehr als Proletensport verschrien, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch kulturell ist Fußball ein Thema – vor allem im Kino. Das wiederum ist aber keine neue Strömung, denn Fußballfilme gibt es schon seit den 20er Jahren.

Schwarzweiß und rund

Vom Samstagnachmittag in der Kneipe bis hin zum Social Media: Fußball ist in Deutschland ein andauerndes Thema und auch aus der Kultur nicht mehr wegzudenken.
Bereits 1927 zeigten die ersten deutschen Fußballfilme „Die elf Teufel“ und „Der König der Mittelstürmer“ noch mit Texttafeln, dass Fußball längst nicht mehr Sport der reichen und gebildeten Elite war, sondern sich inzwischen als Gesellschaftssport etabliert hatte. Dabei ebneten beide Filme dem Fußball weiterhin den Weg in die Mitte der Gesellschaft – auch wenn der Kick sich nicht wirklich auf die Leinwand übertrug.
Tatsächlich war die Weltmeisterschaft 1954 gesellschaftlich der entscheidende Wendepunkt für den Fußball im Nachkriegsdeutschland und gleichzeitig die Geschichte eines der besten deutschen Fußballfilme.

Ein Märchen und ein Wunder

Dass Sönke Wortmann auch nach seiner Zeit in der Regionalliga dem Fußball treu geblieben ist, beweist das filmische Gesamtwerk des deutschen Regisseurs. Mit „Das Wunder von Bern“ fing Wortmann liebevoll die Seele Nachkriegsdeutschlands ein und erzählte gleichzeitig vom unwahrscheinlichen Sieg der Deutschen gegen die Ungarn. Die Nähe zu den Spielern, Zuschauern und Reportern berührte Millionen Kinozuschauer. Jetzt adaptiert Stage Entertainment sogar den Kinofilm als Musical – im November soll „Das Wunder von Bern in Hamburg uraufgeführt werden.
Auch „Deutschland ein Sommermärchen“ war ein Publikumserfolg und holte die Fanszene in die Kinosäle. Die Dokumentation über den Erfolg der deutschen Mannschaft bei der WM im eigenen Land bis hin zum tragischen Ausscheiden hatte alle Merkmale einer großen Tragödie.
Der Weg für mehr Fußballfilme war geebnet: In „Der ganz große Traum“ spielte Daniel Brühl den Lehrer Konrad Koch, der den Fußball nach Deutschland brachte; „Aus der Tiefe des Raums“ war eine Liebeserklärung an Netzers Standfußball und in „Frei:gespielt“ erzählt Mehmet Scholl über seine Karriere.
Gelegenheit für mehr Diskussion rund um das Leder auf Zelluloid bieten diverse Fußballportale, bei denen Fußball- und Filmfans gleichermaßen diskutieren können – mehr Informationen finden Sie hier.

Die entscheidenden 90 Minuten

Die Dramatik eines Fußballspiels lässt sich nicht auf einen Film übertragen und dennoch gelingt es immer wieder, zumindest einen Hauch der Faszination einzufangen. Denn die Siege der Underdogs, die ganz großen Tore und der befreiende Jubel – all dies entspricht so sehr auch dem, was die Zuschauer am Film fasziniert, so dass die Symbiose zwischen Film und Fußball nur natürlich erscheint.
Mit Events wie dem internationalen Fußball-Filmfestival 11mm zollen auch Kulturveranstaltungen just diesem Phänomen Tribut.

Bildquelle: thinkstockphotos, iStock, NiseriN



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