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Durch Architektur Energie sparen

Von Energiemanagement verstand man in früheren Zeitaltern mitunter mehr, als heute. Wer vor 1000 Jahren Licht wollte, der hatte entweder die Möglichkeit, den ganzen Tag eine Kerze brennen zu lassen, oder er richtete sein Haus so aus, dass er das maximale Nutzen an Tageslicht hatte.




Geschlossener Energiekreislauf

Wenn es heutzutage um Energie sparen geht, richtet man sich wieder nach alten Gesetzmäßigkeiten. Primärziel des 21. Jahrhunderts ist die vollständige Kompensation von Energieverbrauch und Rückgewinnung. Genau das ist es, was sich auch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) auf die Fahnen geschrieben und 2011 ein Forschungs-Förderprogramm für Modellhäuser ins Leben gerufen hat, um diesem Ziel so nahe wie möglich zu kommen.

Licht wirft Schatten

Erste Ergebnisse dieses Prestigeprojekts enttäuschen. Praktische Tests entlarvten viele vermeintlich gute Konzepte als Utopien. Zahlreiche Knackpunkte warten noch auf Lösung. So ist es beispielsweise für die Ausleuchtung einer Wohnung sinnvoll, möglichst viele Fenster zu haben, die dem Lauf der Sonne folgen, jedoch kommt es dabei im Sommer zu einer ungewollten Wärmeentwicklung. Solche Probleme kannte man in vergangenen Jahrhunderten nur bedingt, denn wo keine Verglasung die Fensteröffnungen versiegelt, entsteht auch kein Hitzestau.

Dasselbe Problem entsteht, bei optimaler Dämmung eines Hauses. Was im Winter einen großen Vorteil darstellt, rächt sich im Sommer. Die Überhitzung schreit nach Abluftlösungen. Nach wie vor fehlt es auch an Konzepten, wie man einzelne Bereiche des Hauses – wie die Schlafzimmer – kühl halten kann, während die Aufenthaltsräume energieeffizient beheizt werden.

Bei der Gewinnung von Sonnenenergie kämpfen die Architekten auch immer wieder mit Widrigkeiten. Bislang gelingt es mehr schlecht als recht, reines Tageslicht zur Gewinnung von Energie nutzbar zu machen. Die meisten Konzepte benötigen direkte Sonneneinstrahlung.

Lichtumlenkung ist auch ein beliebtes Knobelspiel bei visionären Architekten. Jedoch brauchen diese Systeme viel Platz und sind noch sehr teuer, deshalb findet man sie im Regelfall nur bei Prestigeobjekten, die öffentlich zugänglich sind, in Anwendung. Umweltschutz ist längst zu einem Marketinginstrument geworden. Das öffentliche Interesse macht viele Projekte aber auch erst möglich.

Bis 2020 soll das Konzept des Gebäudes mit kompletter Energierückgewinnung in Serie gehen. Ob diese Bauwerke dann nicht nur energieeffizient sind, sondern auch den Wünschen ihrer Bewohner entsprechen, wird sich zeigen müssen.


Inhaber des Bildes: richterfoto – Fotolia

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