Home Naturwissenschaften Eis Stalaktiten: Der Winter streckt seine Finger gen Meeresboden

Eis Stalaktiten: Der Winter streckt seine Finger gen Meeresboden

Die sogenannten „Brinicles“ (brine icicle) sind sich langsam entwickelnde Eissäulen, die sich aus kalten Wasserströmungen von Salzwasser bis auf den Meeresgrund hinab entwickeln und sich dort wie ein tödlicher Eisteppich auf das Tierleben auswirken.

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Noch nie zuvor wurden Aufnahmen von diesen Eis Stalaktiten gemacht, doch Hugh Miller und Doug Anderson schafften für die BBC Dokumentation „Frozen Planet“ das scheinbar unmögliche und kreierten eine atemberaubende, wenngleich unheimliche Aufnahme des Naturphänomens.

Was passiert genau bei einem Eisstalaktiten?

Wenn Wasser gefriert, drängt es meistens die Salze und/oder Mineralstoffe heraus, so dass es klarer ist. Gleichzeitig werden diese Salze in das umgebende Wasser abgegeben, dessen Gefrierpunkt dadurch sinkt, während das Gewicht des Wassers steigt. Das heißt, dass es nicht gefriert, sondern wie eine kalte Hülle um das Eis herum verläuft und gleichzeitig absinkt, wodurch eine Art Tunnel aus Wasser entsteht, dessen Temperatur unter der Gefriertemperatur reinen Wassers liegt.

Je weiter es möglichst gerade sinkt, desto mehr Eis gefriert in diesem Tunnel, durch die addierten Salze, die aus dem gefrorenen Wasser heraus extrahiert werden, setzt sich der Tunnel fort, es entsteht eine Art Eissäule, bzw. ein Stalaktit.

Unten angekommen, kann es passieren, dass sich die Eisschicht weiter fortsetzt, bis sie den niedrigsten Punkt erreicht, dann können Salzseen entstehen, die sich jedoch schneller wieder auflösen als natürliche Salzseen, sobald der Brinicle sich wieder auflöst.

Für das Tierleben kann so ein Brinicle gefährlich werden, denn Seesterne und andere Wesen, die sich kaum bis gar nicht bewegen, werden einfach mit Eis überzogen und erfrieren, weshalb es bemerkenswert ist, dass die BBC Dokumentarfilmer diese Aufnahmen in der Antarktis machen konnten.

Häufig kommt das Phänomen nicht vor, denn es braucht die richtigen Bedingungen, etwa der richtige Salzgehalt, ein Meeresboden, der nicht allzu tief ist und möglichst keine Strömungen, die den besonders zu Beginn dünnen Eistunnel zerstören können.

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