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Erste Schritte beim Seifen sieden

Für Neulinge auf dem Gebiet ist es schwieriger, kleine Seifenmengen herzustellen als große, daher sollte man sich zu Beginn an etwa 1kg Seife versuchen.

Für eine einfache Anfängerseife, sozusagen zum warm werden, nimmt man:
– 500g Schweineschmalz oder Rindstalg
– 500g Sonnenblumenöl oder Rapsöl

Das Fett und das Öl werden in dem großen Topf langsam erwärmt. Es soll nicht zu heiß werden. 60 – 90 °C ist gut. Wenn alles geschmolzen ist läßt man den Topf wieder bis auf 50 – 60 °C abkühlen.

In der Zwischenzeit bereitet man die Lauge zu.
Am besten eignet sich reine Natronlauge (chemische Formel: NaOH). Sie sieht wie weiße Kristalle aus. Man nennt sie auch Ätznatron oder Natriumhydroxid und erhältlich ist sie in Apotheken oder Drogerien.

Die notwendige Laugenmenge kann genau berechnet werden. Jedes Fett oder Öl braucht eine ganz bestimmte Menge Lauge zur Verseifung. Nimmt man zuviel Lauge, dann wird die Seife ätzend und kann für die Haut gefährlich werden.
Nimmt man zu wenig, dann bleibt ein Teil des Öles unverseift in der Seife zurück.
Die Seife wird dadurch „fett“.
Das ist fast immer wünschenswert, denn das Fett kann die Haut pflegen und es bringt auch eine gewisse Sicherheit gegen die Gefahr des Verätzens.

Man nimmt für die Fettmenge in diesem Rezept
– exakt 130g Natronlauge (Ätznatron oder Natriumhydroxid).

Das Ätznatron wird aufgelöst in
– 380g destilliertem Wasser (oder sauberem Regenwasser)

Beim Auflösen des Ätznatrons wird sich das Wasser stark erwärmen.
Es werden auch ätzende Dämpfe frei, deshalb müssen die Sicherheitsregeln beachtet werden.

ACHTUNG: Man gibt immer zuerst das destillierte Wasser in den Topf und schüttet langsam das Ätznatron zum Wasser hinzu. Niemals umgekehrt arbeiten, sonst gibt es eine kleine Explosion mit schlimmen Laugenspritzern.

Man schüttet vorsichtig die noch heiße, aufgelöste Lauge in den Topf mit dem Fett und dem Öl, das noch immer 50 bis 60°C haben soll. Es wird sofort eine milchige Masse daraus werden. Wer einen Stabmixer hat (keinesfalls hernach noch für Lebensmittel benutzen!!!), kann jetzt einige Minuten damit rühren und Fett und Lauge so vermischen.
Die Masse wird rasch dicker und ähnelt einem Pudding.
Wer mit dem Kochlöffel rührt, wird wohl eine halbe Stunde fleißig rühren müssen, bis die Masse dick wird.
Wenn die Masse so fest wird, dass man mit dem Kochlöffel darauf Spuren hinterlässt, dann sollte man sofort das Ganze in die vorbereitete Seifenform hineinschütten.

ACHTUNG: Beim Seifenrühren entsteht auch Wärme. Die ganze Masse wird 60°C und mehr erreichen. Wer zu lange rührt und zu heiß arbeitet, wird die Seifenmasse nur schwer aus dem Topf in die Seifenform kriegen. Die Seife wird dann grob und bröckelig.

Wenn die Seife in der Form ist, wird sie bald hart.
Es ist gut, wenn sie noch lange in der Wärme bleibt. Diese gut mit alten Tüchern zudecken, um die Eigenwärme zu halten.
Die Seife sollte mindestes 24 Stunden in der Form bleiben, damit sie „ausreifen“ kann. Sie verliert durch die Lagerung an „Schärfe“, d.h. der Laugenanteil wird geringer und der pH-Wert der Seife sinkt. Eine ausgereifte Seife wird einen pH-Wert zwischen 8,5 und 10 haben (das kann man mit Streifen überprüfen, die es in Apotheken gibt).

Bei vielen Seifen empfiehlt es sich, sie sogar mehrere Wochen reifen zu lassen. Am besten hält man sich strikt an die jeweiligen Rezepte, bis man genügend Erfahrung hat.

Weitere Infos gibt es unter Naturseife.com.
Sämtliche Zutaten plus viele hilfreiche Anleitungen sind erhältlich auf Seifenkuenstler.de.

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