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Forschung auf heißem Gebiet: die Supererde

Im Rahmen ihrer Untersuchungen gelang es Astronomen der Universität Chicago erstmals, die Atmosphäre eines erdähnlichen Planeten genauer zu charakterisieren. Mithilfe des Weltraumteleskops „Hubble“ glückte es den US-amerikanischen Forschern eine dichte Wolkendecke auszumachen, die den Himmelskörper mit der Bezeichnung GJ 1214b umschließt. Allerdings unterscheidet sich die Zusammensetzung der Wolken „höchstwahrscheinlich“ fundamental von denen unserer Erde.

Erdähnlicher Nachbar im Sternbild des Schlangenträgers

Als Supererden werden Planeten bezeichnet die außerhalb unseres Sonnensystems liegen und um einen anderen Stern kreisen. Weiterhin kennzeichnen sich diese sogenannten Exoplaneten dadurch, dass sie größer als unser Planet, jedoch kleiner als der Gasplanet Neptun sind. Der im Jahr 2009 durch Zachory Berta entdeckte erdähnliche Himmelskörper GJ 1214b befindet sich 40 Lichtjahre von der Erde entfernt und kreist um eine Zwergsonne im Sternbild des Schlangenträgers. Der Exoplanet, der in etwa die siebenfache Masse der Erdkugel sowie deren 2,7-fache Größe aufweist, zieht in seiner Umlaufbahn alle 38 Stunden an seinem Heimatstern vorbei. Lediglich zu diesem Zeitpunkt, wenn das Licht der Zwergsonne GJ 1214 die Atmosphäre des Himmelskörpers durchleuchtet, ist es den Astronomen möglich, diese zu analysieren.

Transmissionsspektrum ermöglicht erste Erkenntnisse

Mithilfe eines sogenannten Transmissionsspektrums konnten die Wissenschaftler um Laura Kreidberg Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Gashülle ziehen. Die insgesamt 96-stündige Untersuchung förderte zutage, dass sich im Transmissionsspektrum keinerlei Atmosphärengase befinden, was für die Existenz einer dicken Wolkenschicht spricht, die den gesamten Himmelskörper einhüllt. Laut der Fachzeitschrift „Nature“ gehen die Forscher weiterhin davon aus, „dass sich diese Wolken erheblichen von denen auf der Erde unterscheiden“. Auch sei es wahrscheinlich, „dass die Supererde aufgrund der hohen Oberflächentemperatur, die bei 230°C vermutet wird, aller Voraussicht nach von Wolken aus Kaliumchlorid oder Zinksulfid umgeben ist“, so Laura Kreidberg weiter.

Technische Weiterentwicklung zwingend notwendig

Zwar gelang es Astronomen in den vergangenen Jahren 26 Supererden in den Weiten des Weltraums auszumachen, jedoch ist der Himmelskörper GJ 1214b in diesem Kontext der Einzige, dessen Atmosphäre charakterisiert werden konnte. Da die dichte Wolkendecke momentan genaueren Erkenntnissen über den Planeten beziehungsweise dessen atmosphärische Beschaffenheit im Wege steht, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen, bevor weiterentwickelte Teleskope genauere Erkenntnisse über den besagten Planet und andere Supererden liefern können.

Foto Copyright: Igor Kovalchuk – Fotolia

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