Home Allgemeinwissen Gen-Food- Regelungen sollen überarbeitet werden

Gen-Food- Regelungen sollen überarbeitet werden

Einige EU-Staaten wollen angesichts der großen Skepsis in der Bevölkerung grundsätzlich keine genetisch veränderten Organismen (GVO) mehr zulassen.

„Einige Länder wollen sich GVO-frei erklären können“, sagte die französische Umwelt-Staatssekretärin Nathalie Kosciusko-Morizet nach dem Treffen der EU-Umweltminister in Paris.
Dies wünschten sich vor allem Inselstaaten.

Der deutsche Bundesumweltminister Sigmar Gabriel befürwortet durchaus nationale Ausnahmemöglichkeiten.
Doch Deutschland müsse sie nicht in Anspruch nehmen, weil hier bei uns gesetzlich geregelt sei, unter welchen Bedingungen genetisch veränderte Pflanzen angebaut werden könnten. Diese Regelungen seien durchaus ausreichend und die Bevölkerung damit einverstanden, so Gabriel, denn jeder könne jederzeit nachprüfen, ob ein Lebensmittel gentechnikfrei sei. Dass dies angesichts der Umfragewerte durchaus angezweifelt werden darf, behielt der Minister wohlweislich für sich.

EU-Diplomaten zufolge wollen insbesondere Griechenland, Zypern, Malta, Luxemburg und Österreich aus dem europaweiten Herangehen ausscheren.

Das europaweite Genehmigungssystem für Einfuhr oder Anbau von Gen-Pflanzen solle auf den Prüfstand. Dieses ist stark umstritten, denn regelmäßig erklärt die zuständige wissenschaftliche Agentur GVO für unbedenklich, während die Mitgliedsländer und die EU-Kommission gespalten wegen der Unklarheit über Gefahren für Gesundheit und Umwelt sind.

Nach Umfragen ist eine Mehrheit der Bevölkerung gegen genetisch veränderte Produkte, 70 Prozent lehnen solche Lebensmittel rigoros ab – auch in Deutschland.

Im EU-Ministerrat kommt es dagegen regelmäßig zum Patt von Befürwortern und Gegnern der Gentechnik. Kein Zweifel, dass hier wirtschaftliche Aspekte mehr im Vordergrund stehen als alles andere.
Inzwischen liegen bereits mehrere Verfahren zum Ärger der Industrie wegen der Zerrissenheit über die Gentechnik in der EU auf Eis.

Auch Gabriel kritisierte das Hin und Her, das der Bevölkerung nicht mehr zu vermitteln sei.
„Was wir heute betreiben, ist organisierte Unverantwortlichkeit“, sagte er.
Jeder könne sich hinter jedem verstecken und am Ende zeigten alle mit dem Finger auf die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit. Die EFSA bewertet aus wissenschaftlicher Sicht die Gefahren für die Gesundheit.
Ihre Arbeit soll nun verbessert werden.
So sollen die Experten auch die langfristigen Folgen für Gesundheit und Umwelt eingehender überprüfen.
Bei ihrer Bewertung sollen sie außerdem die Einschätzungen von gentechnikkritischen Organisationen und Forschern einbeziehen.

Bleibt zu hoffen, dass nicht auch hier wirtschaftliche Aspekte den größten raum einnehmen oder gar womöglich Gelder fließen, die die Bewertungen in ein anderes Licht rücken…

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