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Im geliehenen Leben von Katharina Döbler

Emanzipation ist die Schlachtparole der heutigen Zeit. Eine nicht emanzipierte Frau hat sich schämend in die Ecke zu stellen – oder Bücher über ihr Schicksal zu schreiben, wie Katharina Döbler zum Beispiel.

Katharina Döbler ist nämlich eine Frau, die sich verliebt hat. In einen erfolgreichen Mann, der älter ist, gut aussieht und der sich auch in Katharina verliebt. Und die junge Frau wird zum Gespenst seines Lebens, steht ständig hinter seinem Schatten und saugt gierig wie ein Schwamm den Glanz auf, den der Mann verliert. Sie arbeitet nicht, sie ist nicht taff oder gar selbstbewusst, sie ist keine Persönlichkeit und auch kein Persönchen. Sie ist einfach seine Frau.

Und dann stirbt er eines Tages. Liegt tot auf der Straße mit offenen Augen und steifen Händen. Katharina schreit, doch es hilft nichts, die surreale Situation brennt sich eiskalt in ihr Schicksal, auch Jahre später ist es Katharina nicht möglich, ein selbst bestimmtes, freies und sorgloses Leben zu führen. Sie weint immer noch.

Das ist das Buch „Im geliehenen Leben“. Der Spiegel schreibt, dass es in diesem Buch kalt ist, so kalt wie in Katharinas Kopf. Und das wird nicht besser, es gibt kein Happy End, kein Geheimrezept, nur das Portrait einer gescheiterten Frau auf vielen, vielen Seiten. Ziemlich trübe, wie ich persönlich finde. Und sehr endimensional. Da wird einmal mehr die große Keule des Femininismus ausgegraben und ordentlich drauf gehauen, das Buch ist eine Warnung an all jene, sich in der Liebe zu verlieren.

Ich persönlich hätte mir mehr Differenzierung, mehr Sinn gewünscht, mehr „zwei Seiten einer Medaille“ anstatt eines trostlosen Großstadtmärchens, das irgendwie überhaupt keine Botschaft übrig hat, außer der, dass Emanzipation was ganz großartiges ist. Das ist einfach nur plakativ. Dabei hätte es durchaus ein interessantes Buch einer interessanten Frau werden können. Schade.

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One Comment

  1. Susanne

    2. Dezember 2010 at 13:46

    sollte man Bücher, die man rezensiert, nicht gelesen haben? Der Titel des SPIEGEL Artikels war „Im geliehenen Leben“, der von Katharina Döblers Roman ist „Die Stille nach dem Gesang“. Es ist keine Autobiographie. Die Protagonistin heißt demzufolge auch nicht Katharina, sondern Alexandra.Das Buch ist wunderbar und keineswegs ei(sig.)ndimensional. ja wirklich schade!

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