Home Technik „Kannitverstan“ gibt’s nicht mehr

„Kannitverstan“ gibt’s nicht mehr

„Kannitverstan“ heißt eine Kalendergeschichte von Johann Peter Hebel. Sie berichtet von dem Missverständnis der Aussage „ich kann nicht verstehen“ – die Erzählung ist sowohl ernst als auch humorvoll. Moderne Sprachkurse – wie zum Beispiel von Papagei.com – sorgen heute dafür, dass es kein Kannitverstan mehr geben muss: Jedes Sprache ist für jeden Menschen erlernbar.

Pauken für die Formalien

Wer älter als 50 ist, kennt noch die Grammatik-Übersetzungs-Methode. Sie wird aus den klassischen, antiken Idiomen Latein und Altgriechisch einfach auf moderne Sprachen wie Englisch oder Französisch übertragen. Vokabular und Grammatik stehen im Frontalunterricht auf dem Lehrplan, Übersetzungen von Texten aus der Fremd- in die Muttersprache oder umgekehrt bilden den Mittelpunkt der Schulstunden und der Hausarbeiten. Der Lehrer steht dabei im Zentrum – nicht die Lernenden. Dieser Spracherwerb, oftmals noch mit Hilfe recht alltagsfremder Texte, führt nur selten zu einer geläufigen Ausdrucksfähigkeit in dem Heimatland dieses Idioms. Näher an die Lebensrealität heran reichen Methoden, die audiolingual und audiovisuell in die neue Sprache helfen. Die mündliche Ausdrucksfähigkeit erhält jetzt Vorrang vor der schriftlichen Qualifikation. Modelldialoge aus dem Alltag werden auswendig gelernt und eingeübt, dabei rückt auch der Schüler stärker in den Mittelpunkt des Lerngeschehens.

Reden für die Geläufigkeit

Mit dem Wechsel zu einer kommunikativ, pragmatisch orientierten Methodik erfolgt endgültig der Übergang zu einem schülerzentrierten Fremdsprachenunterricht. Damit einher geht das Streben nach Objektivierbarkeit und Messbarkeit der Lernziele. Der Lernfortschritt nämlich soll erkennbar und vergleichbar werden. Textgrundlagen dafür sind Sachthemen, zum Beispiel aus der Arbeitswelt, und populärwissenschaftliche Texte aus der Werbung oder der Rockmusik. Ziel ist, den Lernenden eine Orientierungsfähigkeit in der Welt der fremden Sprache zu vermitteln, dabei kommen audiovisuelle Medien zum Einsatz.

Kommunikativ vermittelnd heißt eine Vorgehensweise, die Methoden und Prinzipien aus verschiedenen Gedankengebäuden benutzt. Deswegen ist sie gelegentlich in sich widersprüchlich, nimmt das aber in Kauf um der Lernfortschritte willen. So steht zum einen die Verständigungsfähigkeit in Gesprächen im Mittelpunkt, andererseits aber auch ein anspruchsvoller Grammatikunterricht.

Eingehen auf die Zielgruppe

Welche Methoden beim fremdsprachlichen Unterricht zum Einsatz kommen, hängt stark von den Voraussetzungen der Lernenden und der angestrebten Verständigungskompetenz ab. Auf der einen Seite steht der Hauptschüler, der eine Berufsausbildung antritt und vielleicht später in den USA arbeitet. Er benötigt eine andere Qualität in der englischen Sprache als der Abiturient, der Anglistik studiert und dann über William Shakespeares Dramen promoviert, um einmal Dozent zu werden.

Fotoquelle: Fotolia, 36681368, cienpies


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