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Keimzelle Hamburgs entdeckt?

Keimzelle Hamburgs entdeckt?

Wie sah es in Hamburg zu Zeiten des 11. und 12. Jahrhunderts aus? Dieser Frage gehen Forscher in der Hansestadt mit archäologischen Grabungen nach.

Hamburg: Einst ein Dorf

Hamburg bestand zu seinen Anfängen aus einer kleinen Siedlung. Angaben über anfängliche Einwohnerzahlen schwanken. Mal ist von 40, mal von 400 die Rede. Auf jeden Fall war Hamburg im Mittelalter keine Großstadt, sondern ein Dorf. Seine Bewohner lebten in Behausungen südlich der Binnenalster auf dem heutigen Domplatz, die zwar den Namen Hammaburg trug, jedoch wenig mit einer prächtigen Festung gemein hatte.

Die einfache Anlage aus Holzpalisaden und Wällen musste den Überfällen von Wikingern und Slawen standhalten. Das tat sie über mehrere Jahre mit erstaunlicher Widerstandskraft, schließlich jedoch fiel die Hammaburg den Plänen der Obrigkeit zum Opfer. Der Sachsenherzog und der Bischof wollten Hamburg vergrößern und ließen die Hammaburg einebnen.

Hamburg bestand einmal aus lediglich zwei Stadtteilen

Man begann mit dem Bau einer Schutzvorrichtung: Richtung Osten entstand ein Bollwerk, die anderen Himmelsrichtungen sollte die Alster schützen. Es war dann Herzog Bernhard der II., der mit Innovationsgeist an die Stadtplanung heranging. Dort, wo sich heute Teile der City befinden, ließ er eine Neue Burg anlegen. Hamburg bestand fortan bereits aus zwei Stadtteilen: dem Areal der Hammaburg und dieser neuen Anlage.

Um diese Anfänge der Stadt zu ergründen, ließ das Archäologische Museum in den vergangenen Monaten zwei große Grabungen durchführen. Man fand dabei zwar Reste des alten Burgwalls der Neuen Burg. Ein tiefgreifender Blick ins 11. und vor allem das 12. Jahrhundert gelang jedoch nicht. Doch die Archäologen geben nicht auf. Sie wollen wissen, wie es aussah in der damaligen Keimzelle der Kaufmannsstadt.

40 Familien markieren den Beginn der Kaufmannsstadt

Im Hochmittelalter wuchs die Bedeutung deutscher Städte als Handelszentren. Lübeck entwickelte sich schnell, Hamburg sollte es dem nördlichen Vorbild nach Vorstellungen der Grafen gleichmachen. Dazu – man mag es kaum glauben – ließ man die Neue Burg wie die Hammaburg abreißen. Des einen Niedergang ist des anderen Aufstieg, und so markiert der Abriss der Neuen Burg den Beginn der Hansestadt Hamburg. 40 Kaufleute und ihre Familien siedelten sich zunächst an, angeworben durch die Grafen. Nach Überbleibseln dieser Zeit suchen nun die Archäologen, Ausgang ungewiss …

Bildquelle: Thinkstock, 512328145, iStock, SergiyN

 

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