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Klischee: Die Renten sind sicher

Mit dieser Aussage hatte sich schon Norbert Blüm einst unglaubwürdig gemacht. Aktuell kritisieren Experten sogar die Renteninformationen, die die Deutsche Rentenversicherung jährlich zur Orientierung ihrer Versicherten verschickt: Die angegebenen Rentenhöhen entsprächen bei Weitem nicht der Realität.

Rentenprognose unrealistisch

Wie der Versicherungsmathematiker Peter Schramm gegenüber der ARD reklamierte, täuschen die von der DRV verschickten jährlichen Renteninformationen über die wirkliche Situation vieler Arbeitnehmer im Rentenalter weg. Die Abzüge für Steuern und Kranken- sowie Pflegeversicherung würden zwar auf der Rückseite der Schreiben erwähnt, aber dies nur sehr allgemein. Des Weiteren würden Auskünfte zum sinkenden Rentenniveau komplett fehlen. Mit Prognosen und Berechnungen, wie hoch die Rente bei einer jährlichen Steigerung von zwei Prozent ausfallen könnte, würden im Gegenteil falsche Erwartungen geschürt. So müssten nach Expertenmeinung teilweise mehr als 25 Prozent der angegeben Renten für heute 55jährige Arbeitnehmer abgezogen werden, um ein realistisches Bild zu erhalten. Diese Beträge sind als Steuern und Sozialabgaben abzuführen, so dass von beispielsweise ausgewiesenen 1.300 Euro gerade einmal 950 Euro übrig bleiben.

Deutsche Rentenversicherung widerspricht energisch

Wie ein Sprecher der DRV entgegnete, könne diese Berechnung nicht nachvollzogen werden, da nach Abzug von Sozialabgaben und Steuern rund 1.100 Euro bleiben würden, wenn nicht weitere Einnahmen zu verzeichnen wären. Dass die Diskussion um künftige Renten klein gehalten werden soll, erklärte Professor Stefan Sell, Fachhochschule Remagen, mit der damit verbundenen Systemfrage, die sich unweigerlich stellen würde. Rund 35 Millionen Arbeitnehmer zahlen derzeit enorme Summen in die gesetzliche Rentenversicherung ein, um dann im Rentenalter eine Rente auf dem Niveau der Grundsicherung zu erhalten. Die Legitimation des gesamten Systems wäre also bei mehr Transparenz durchaus gefährdet. Allerdings wird so die Bedeutung für die private Vorsorge so noch einmal hervorgehoben, denn nur auf in eigener Verantwortung lassen sich die Altersbezüge realistisch erhöhen.

Altersrente – detaillierte Informationen gefährden das System

Wie Experten gegenüber der ARD ausführten, sind die jährlichen Renteninformationen der DRV mehr als irreführend, da die obligatorischen Abzüge im Rentenalter nur pauschal angesprochen werden. So müssten heute 55-Jährige damit rechnen, dass rund 25 Prozent der angegebenen Renten als Sozialabgaben und Steuern abgeführt und eine weitere Senkung des allgemeinen Rentenniveaus in Kauf genommen werden müssten.

Bild: bilderstoeckchen – Fotolia

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