Leben durchtrennte Regenwürmer weiter?
Wie vermehren sich Regenwürmer eigentlich? Verbreitet ist die Annahme, beide Teile eines durchtrennten Regenwurmes könnten weiterleben. Das wäre sicherlich keine angenehme Art der Vermehrung, aber es stimmt auch nicht.
Regenwürmer können durch Unfälle, wie unvorsichtige Spatenstiche, aber auch durch eigengen Willen getrennt werden. Wird ein Regenwurm z.B. von einem Beutetier erwischt, kann er sich selbst abschnüren und so teilen. Der eine Teil wird dem Beutetier überlassen und der andere verschwindet schnell. Dabei sollte der Regenwurm jedoch vorsicht walten lassen, denn nicht alle Teile können regeneriert werden. Unweit der Mitte sitzen z.B. lebenswichtige Organe. Diese kann der Wurm nicht regenrieren. Ebenso kann der abgetrennte hintere Teil keinen vorderen Teil ausbilden. Er regenriert zwar in gewisser Weise, aber das Ergebnis ist ein Regenwurm mit zwei hinteren Enden. Das führt dazu, dass er kein “Mund” hat, nicht fressen kann und verhungert. Also ist nur der vordere Teil überlebensfähig. Wird allerdings nur ein kleiner vorderer Teil entfernt, stirbt dieser ab, kann aber von dem Rest wieder regeneriert werden. So lassen sich die Regenwürmer jedenfalls nicht vermehren. Regenwürmer sind Tiere, die man als Zwitter bezeichnet. Sie haben also zwei Geschlechter. Deshalb könnten sie sich rein theoretische mit sich selbst fortpflanzen. Einige wenige Regenwurmarten machen dies auch. Die meisten holen sich dennoch einen Partner. Dabei kommt es zu einem Spermienaustausch und gegenseitiger Befruchtung. Dadurch wird der biologische Genpool gemixt und die Anpassungsfähigkeit an Umwelteinflüsse erhöht. Dann legen die Regenwürmer - so wie Blutegel - Eier in Kokons ab. Aus diesen schlüpft dann nach nicht allzu langer Zeit ein neuer Regenwurm. Der Kompostwurm (Eisenia foetida) wurde übrigens 2004 zu dem „Wirbellosen Tier des Jahres“ gekrönt. Welch eine Ehre.



