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Macho Man von Moritz Netenjakob

Moritz Netenjakobs Macho Man ist in Wahrheit weder ein Draufgänger noch Frauenheld. Ganz im Gegenteil, der 30-jährige Daniel ist ein echter Frauenversteher. Nach einer gescheiterten Beziehung fliegt Daniel in die Türkei – Urlaub und Abstand ist das was er jetzt braucht. Sein bester Kumpel arbeitet als Animateur in einem der Touristen überfluteten Urlaubsorte und so hat er sich doch entschlossen einmal Urlaub zu machen.

Am Urlaubsort angekommen verguckt sich Daniel sofort in eine Kollegin seines Freundes, die Türkin Aylin, von da an steht seine Welt auf dem Kopf und die Reise nimmt eine unerwartete Wendung an.

Moritz Netenjakob porträtiert den typischen Frauenversteher, der so gar kein Macho Man ist, sondern von seinen Eltern der 68er Bewegung viel mehr zum Respekt gegenüber der Frau erzogen wurde. Doch während Daniel nicht die geringste Chance sieht gegen die ganzen Muskelprotze und Vollblutmachos zu bestehen wird Aylin selbst auf ihn aufmerksam. Denn die selbstbewusste junge Frau will gar keinen von diesem überdrehten Angebern.

Macho Man vs Waschlappen

Daniel schwebt auf Wolke sieben, doch zurück in Deutschland wird er ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Er soll Aylins türkische Großfamilie kennen lernen. Im Sinne von ‚My big fat Greek Wedding‘ findet sich Daniel in einer Situation wieder, die ihn zuerst total überfordert. Will er er doch vor der lebhaften Verwandtschaft nicht wie ein Waschlappen dastehen und gleichzeitig Aylin in jeder Hinsicht unterstützen.

Moritz Netenjakobs Männerbuch

Autor Moritz Netenjakob greift in seinem Buch gleich zwei sehr populäre Genres auf und versucht sie gekonnt ineinander zu verflechten. Zum einen gibt er dem Leser und besonders den Männern, ein bemüht selbstironisches Männerbuch in die Hand und kombiniert dieses mit der betont witzigen Schreibweise eines Beziehungsromans über die Liebe eines käsebeinigen Deutschen zu einer Südländerin. Umspannt wird dieses Konstrukt von den Klischees der aufeinander prallenden deutschen und türkischen Kultur im Großraum Köln. Das Klingt im ersten Moment nach einer Geschichte mit großem Potential, mausert sich aber zu einem Unterhaltungsroman mit definitiver Gag-Garantie, aber eben auch nicht mehr.

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