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Männer hören niiiiiiie zu!

„Die hören sowieso nie zu!“ – „Ich kann sagen was ich will, das geht hier rein, da raus!“ – „Er interessiert sich überhaupt nicht für meine Probleme…“ Millionen von Frauen klagen regelmäßig so oder so ähnlich Freundinnen oder Eltern ihr Leid über den emotional unzugänglichen Partner. Ist da was dran?

Das Hauptproblem ist meistens, dass Frauen sich nicht verstanden und beachtet fühlen. Männer sitzen reglos da und verziehen keine Miene, während man ihnen die tiefschürfendsten Sorgen anvertraut. Und hauen dann einen emotionslosen Satz heraus. Frauen regt das auf – aber woher kommt es?

Die Schriftsteller Allan und Barbara Pease erklären das so: In der Steinzeit war es wichtig, dass der Mann als Jäger immer ein Poker-Face behielt, damit seine taktischen Züge der Beute oder dem gegnerischen Steini verborgen blieben. Das hat er bis heute beibehalten, Gefühle hat er so wie die Frauen auch, er lässt sie sich aber nur ungern anmerken.

Der Mann redet allerdings generell nicht gerne. Weshalb das so ist, erklären die Schriftsteller wieder mit der Urzeit und auch der Rollen-Verteilung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Es war von jeher die Hauptaufgabe des Mannes, die Familie zu versorgen. Früher mit frisch erlegtem Fleisch, später damit, dass er den Lebensunterhalt verdiente und die Familie versorgte. Konversation betreiben stand da nie als Hauptaufgabe auf seiner Liste. Nun haben sich die Zeiten geändert, die Frau verdient mit und managt auch sonst sehr viel. Dieser evolutionäre Umbruch muss erstmal im Gehirn und in den Genen ankommen! Der Wechsel vom Versorger zum Freund und Vertrauten bedarf ein wenig Zeit und Geduld. Und was man tun kann, damit die Kommunikation in der Beziehung besser klappt, das seht ihr in einem der folgenden Beiträge. 😉

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3 Kommentare

  1. Robert

    28. Oktober 2008 at 01:50

    Hallo Sarah!

    Also ich glaube es gibt da ein kleines Missverständnis, wie Mann und Frau „über Probleme sprechen“ und „zuhören“ definiert.
    Meine Meinung & Erfahrung:

    Jedesmal wenn wir uns mit Frauen unterhalten, (meistens geht es um Probleme… um was denn sonst) versuchen wir Männer zu helfen. Wir versuchen die Probleme zu lösen, damit die Probleme verschwinden, denn so sind wir nunmal. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, das geht bei den Frauen hier rein, da raus.

    Wahrscheinlich wollen Frauen einfach nur Ihre Probleme loswerden, ohne jegliche konstruktive Meinungen. Einfach nur über Probleme reden. Das können Frauen untereinander sehr gut. Zu zweit reden Sie dann stundenlang, wie doof alles ist, und wie doof sie selber sind, und steigern sich in irgendwas hinein. Fazit des ganzen ist, dass sie sich jetzt beide mies fühlen.

    So.
    Wir Männer hingegen ticken da etwas anders. Wir versuchen bei Konversationen, bei denen es um Probleme geht, Probleme zu lösen, Tipps zu geben, unser Wissen weiterzugeben, effektive Lösungsansätze auszudenken, zu helfen, wie man mit einem Problem umgehen kann. Wie man darüber hinweg kommt, etc.. Solche Informationen bedürfen keinerlei emotionaler färbung.
    Die einzige Emotion dabei, könnte leichtes Wohlbefinden sein, da man versucht seine Hilfe anzubieten und jemanden aus einer schwierigen Lage zu helfen.

    Also ich hatte schon einige Konversationen mit Frauen und eine Gemeinsamkeit hatten sie alle:
    Frauen sprechen gerne und viel. Wie ein Wasserfall. Wenn man da mal einen plausiblen Vorschlag macht, wie Sie mit einem Schlag dieses Problem aus der Welt schaffen könnte, wird der einfach ignoriert, nicht wahrgenommen, überhört. Statt dessen fängt Sie wieder von Vorne an. „Alles ist sche*sse“, „Ich weiss nicht mehr weiter. *Seuftz*“. Da ist man als Mann erstmal Verwirrt. Beim nächsten Anlauf ihr die Lösung des Problems näherzubringen, scheint sie wieder unkonzentriert dazusitzen und man kann an ihrem Gesichtsausdruck sehr gut erkennen, dass sie im Gedanken schon ihre nächsten Vierhundert Sätze Formuliert. Was dazu führt dass sie wieder nicht aufnahmefähig ist. Als würden manche Frauen nur darauf warten, sich wieder selbst reden zu hören.

    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Frauen gar keine Hilfe wollen. Was denn dann? Nur „zuhören“?
    Hmm… ok… was verbirgt sich denn nun hinter diesem ominösem „zuhören“?
    Im Prinzip heisst „zuhören“ nichts anderes als Mitleid haben. Zeigen, dass man mitfühlt. Als würden Frauen es lieben, sich in Problemen zu wälzen, zu Leiden was das Zeug hält und alle anzustecken, bis wirklich jeder schlecht gelaunt ist.
    Irgendwie ist es ja verständlich, denn „geteiltes Leid ist halbes Leid“ und Frauen können sich dann „tröstend“ in den Armen halten. Und mit der Freundin den Fussboden mit Krokodilstränen zu schmücken. Erinnerungen an gemeinsam durchgeweinte Nächte sind anscheinend die schönsten.

    Nun zur eigentlichen Fragestellung: Warum können (wollen) Männer nicht (mehr) zuhören?
    Mit der Zeit wir es irgendwann nervig, während dem ganzen „reden und zuhören“ auf kein Ziel zuzusteuern und am Ende nirgendwo anzuzkommen. Nachher ist wie Vorher. Alle Probleme Sind noch da, einige neue sind hinzugekommen. Wir versuchen Leid zu vermeiden und andere von ihrem Leid zu erlösen… und nicht in eine Mitleidsorgie zu verfallen.

    Das Helfen hat seinen Sinn verloren – Das Zuhören ist ebenfalls Sinnlos geworden.

    Das war ein ehrlicher Blick in den Kopf eines Mannes. Hoffe weitergeholfen zu haben 😉

    Gruß Robert

  2. Christian Jessen

    1. November 2008 at 20:52

    Hallo,

    Ihr Männer und Frauen da draußen liebt doch eure Klischees übereinander! Frauen können nicht einparken, quatschen soo viel und Männer können nicht zuhören. Natürlich so muss es sein. Und warum muss es so sein? -> Die Welt ist sehr komplex und kompliziert, wir Menschen wollen einfach leben und wenns geht auch noch ganz gut. Warum sollten wir dann tiefsinnig darüber nachdenken und in uns hineinhören, und eventuell das eine oder andere Klischee aufgeben? Dann würden sich doch Schwierigkeiten ergeben, und Erkenntnisse gewonnen, die vielleicht etwas unangenehm sind. Das wollen wir nicht. Das ist uns dann doch zu riskant. Dann doch lieber mit den Kollegen über die geschwätzigen Frauen lästern oder den Freundinnen vorheulen, wie schlecht „Er“ denn wieder zuhören kann.

    …Euch dann noch viel Spaß beim „Verdrängen und Vermeiden“.

    Christian

  3. Sarah

    1. November 2008 at 22:58

    Es sollte niemand persönlich angegriffen werden. 🙂 Ich meinte den Artikel eher als eine überspitzte Darstellung und Verallgemeinerung, die zum Reflektieren und Diskutieren anregen soll. So, wie ihr beiden das hier gezeigt habt. Vielen Dank euch beiden Herren!

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