Home Geisteswissenschaften Literatur Michael Buback: „Der zweite Tod meines Vaters“ – Die wahren Drahtzieher hinter der RAF

Michael Buback: „Der zweite Tod meines Vaters“ – Die wahren Drahtzieher hinter der RAF

Was wurde dieses Jahr nicht alles über die RAF diskutiert. Doch das, was auch die letzten Jahre immer verschwiegen wurde, kam auch dort nicht zur Sprache. Bis Jetzt… Michael Buback, Sohn des von RAF-Terroristen ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, versucht nun die vermutlich wahren Täter aufzuspüren und beweist, dass die RAF vor allem von deutschen Geheimdiensten gelenkt wurden.

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Karlsruhe im Jahr 1977: Terroristen der RAF erschießen von einem Motorrad aus den Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Das erste politisch motivierte Attentat der deutschen Nachkriegsgeschichte. Schnell hatte man damals die angeblichen Täter gefunden und verurteil. Doch schon bald kamen Zweifel auf. Zeugen hatten gesehen, dass eine Frau die Schüsse abgegeben hatte. Kurze Zeit danach wurde dann auch die RAF-Terroristin Verena Becker verhaftet. Bei ihr fand man auch die Tatwaffe und weitere Indizien dafür, dass sie die Täterin war. Sie wurde dann auch verurteilt, kam aber kurz danach bereist auf mysteriöse Art und Weise wieder frei. Dies geschah nicht nur mittels des politischen Gnadenakts, sondern höchstwahrscheinlich nach einer Geheimkonferenz, bei der auch Leute des Geheimdienstes dran teilgenommen haben sollen.

Selbst der Umstand, dass Verena Becker als tatverdächtig in diesem Fall galt, wurde lange geheim gehalten. Heute ist klar, dass Becker wahrscheinlich, wie weitere 13 RAF-Terroristen für die Geheimdienste gearbeitet haben. Als der Fall Verena Becker langsam ans Licht kam, fand die oberste Strafverfolgungsbehörde plötzlich die Unterlagen nicht mehr und der deutsche Innenminister erklärte den Vorgang zu einem Staatsgeheimnis auf Ewigkeit, so dass niemand mehr je in diese Akten Einsicht erhält.

Michael Buback agiert in dem Buch zunächst als Sohn. Er erzählt wie er den Tod seines Vaters erfahren habe und auch von dem Schicksal seiner Mutter, die schmählichst vom deutschen Staat im Stich gelassen wurde. Aber er geht auch akribisch voran, das Verbrechen an seinem Vater aufzuklären. Zusammen mit Journalisten hat er sich in unbequeme Fahrwasser begeben und ist so einigen Leuten auf den Schlips getreten. Schnell wird klar, Buback hat seinen Finger auf unbequeme Wunden des deutschen Staatsapparates gelegt. Sein Vater war weniger der RAF als in erster Linie Männern aus den eigenen Reihen aus irgendeinem Grund ein Dorn im Auge.

Die RAF war also höchstwahrscheinlich nicht selbst motiviert, sondern von Staatsseiten her gelenkt und in eine Netz verstrickt worden, dass vielleicht selbst einige von ihnen selbst nicht verstanden haben.

„Der zweite Tod meines Vaters“ ist ein grandioses und vor allem mutiges Buch, für das es eigentlich schon höchste Zeit war.

Michael Buback konnte seinen Recherchen leider nicht ganz zu Ende führen, da er von staatsseiten massiv behindert wurde. Er sieht das Buch aber als Ansporn für andere nicht aufzuhören solch unbequeme Fragen zu stellen und seine Arbeit vielleicht sogar fortzuführen.

Selbst Stefan Aust, Autor des „Baader-Meinhoff-Komplexes„, ist mittlerweile übrigens davon überzeugt, dass der deutsche Staat und die Geheimdienste in die Angelegenheiten der RAF verwickelt waren.

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One Comment

  1. […] Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, hat nun ein Buch vorgelegt, das eine vielleicht ganz andere Sicht auf diese unaufgearbeitete Geschichte der Republik […]

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