Home Gesellschaft Produktion von Eiern kostet Millionen Küken das Leben

Produktion von Eiern kostet Millionen Küken das Leben

Dass Eier aus Massentierhaltung ein Problem aufwerfen ist vielen bekannt, dass jedoch die Legehennenzucht schon eine Stufe vorher ein Problem darstellt, soll hier erläutert werden.

Irgendwo müssen die Hühner ja her kommen, die die Eier legen sollen. Hierzu gibt es spezielle Zuchtbetriebe. Diese züchten jedoch nur weibliche Hühner und keine männlichen, denn diese legen keine Eier und sind auch für die Fleischproduktion nicht brauchbar. Naturgemäß schlüpfen aus den Eiern 50% weibliche und 50% männliche Hühner. Was nun also machen mit den männlichen Kücken?

Das Tierschutzgesetz schreibt eigentlich vor, dass Tiere nicht ohne Grund getötet werden dürfen. Für die Zucht scheinbar kein Problem, denn die dürfen es trotzdem. Die Kücken werden entweder mit Gas getötet oder einfach lebend in rotierende Messer geworfen und dort zerfleischt. Dies ist kein Einzelschicksal, sondern trifft jährlich mehrere Millionen Kücken.

Für einige Leute ist dies ein ethisches Problem, für die Wirtschaft ein ökonomisches. Nun sollte man eigentlich meinen, dass die Wirtschaft Geld investiert, um dieses Problem zu lösen, doch die Politik knickt ein und finanziert die Forschung selbst mit vielen Hunderttausend Euro. Bei der Forschung geht es darum eine Früherkennung des Geschlechts vorzunehmen. Wenn früh klar wäre, aus welchen Eiern männliche und aus welchen Eiern weibliche Hühner schlüpfen, könnte auf die Kücken-Tötung verzichtet werden. Hierbei gibt es unterschiedliche Methoden.

Bei der aufwendigen Methode mit Kernspintomographie, wird der Kern des Eis lokalisiert und Zellen zur Geschlechtsbestimmung entnommen noch vor der Bebrütung. Die Eier wären also normal weiterverwendbar. Dies ist der Wirtschaft jedoch zu teuer. Dann gibt es noch die Möglichkeit der billigen Hormonbestimmung im Ei. Diese ist allerdings erst am 18 Tag der Bebrütung durchführbar. Am 21 Tag schlüpft dsa Kücken und ist also schon voll entwickelt am18 Tag. Das hilft der Wirtschaft, weil die Tiere dann nicht alle geimpft werden müssen, doch den Kücken hilft es nicht. Eine Verbesserung der Methode könnte das Geschlecht ab dem 10. Tag feststellen. Das Kücken ist jedoch schon ab dem 8. Tag schmerzempfindlich. Interessant eigentlich, dass hier die Schmerzempfindlichkeit der Kücken als Argument zugelassen wird, bei der massenhaften Tötung der Hühner zur Fleischproduktion dieses Argument jedoch keine Rolle spielt. Die vielversprechenste Methode ist die »Raman«-Spektroskopie. Mit ihr kann die DNS Menge im EI bestimmt werden und die variiert zwischen den Geschlechtern. Diese Methode ist jedoch noch nicht ausgereift.

Letztendlich sollte der Konsument versuchen ein Wörtchen mitzureden. Der Kauf von Bio-Eiern ist da allerdings keine Lösung. Immerhin leiden die Hühner hier nicht immer lebenslange Qualen während des Legens von Eiern, doch da die Legehennenzucht monopolisiert ist, haben die Bio-produzenten keine Wahl, wo sie die Hennen kaufen. Solange der Gesetzgeber nicht endlich einschreitet, sollte der Konsument weitestgehend auf den Konsum von Hühnerfleisch und Eiern verzichten. Das machen jetzt schon viele aber es sollten noch viel mehr werden.

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