Home Naturwissenschaften Quietschende Kreide – Warum wir solche Geräusche als äußerst unangenehm empfinden

Quietschende Kreide – Warum wir solche Geräusche als äußerst unangenehm empfinden

Das Geräusch quietschender Kreide ist wohl fast jedem bekannt. Und auch das dabei auftretende unangenehme Gefühl ist den meisten vertraut. Aber warum empfinden die meisten Menschen dieses und ähnliche Geräusche als unerträglich und halten sich dabei die Ohren zu?


Warum der Mensch bei diesen Geräuschen so reagiert, haben jetzt deutsche und britische Wissenschaftler erläutert. Anhand von Hirnscans haben die Forscher festgestellt, dass Töne zwischen 2.000 und 5.000 Hertz im Gehirn ein Alarmsignal auslösen.

Quietschende Kreide und andere hohe Töne signalisieren Alarm

Tafelkreide, die quietscht, oder gleitende Messer auf Glas produzieren Geräusche, bei denen den meisten Menschen unangenehme Empfindungen aufweisen. In dem Fachmagazin „Journal of Neuroscience“ haben britische und deutsche Wissenschaftler einen Bericht veröffentlicht, der sich dem Hintergrund dieser unangenehmen Empfindungen widmet.

So lösen solche hohen Töne im Gehirn einen Alarmzustand aus, wodurch das menschliche Hörzentrum noch sensibler auf das jeweilige Geräusch reagiere und zudem rein instinktiv negative Gefühle ausgelöst werden.

Hohe Töne lösen negative Gefühle aus

Hohe Töne lösen beim Menschen „etwas sehr Primitives“ aus, da sich bei diesen unangenehmen Tönen das für Emotionen verantwortliche Areal im Gehirn einschaltet, die so genannte Amygdala, und direkt die Hörrinde steuert, wodurch die Empfindung bei hochfrequenten Tönen beeinflusst wird. Diese Erkenntnisse können nach Ansicht der Forscher möglicherweise darüber Auskunft geben, warum etwa Autisten und Personen, die an Migräne leiden, besonders empfindlich auf hohe Geräusche reagieren.

Durchführung der Studie

Im Rahmen der Studie wurden 13 Probanden 74 unterschiedliche Klänge vorgespielt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Studien-Teilnehmer im Magnetresonanztomografen, wobei die Hirnaktivität aufgezeichnet worden ist. Im Anschluss sollten die Teilnehmer beurteilen, welche Geräusche am unangenehmsten waren. Am unangenehmsten wurde der Klang von einem Messer auf Glas beurteilt, dicht gefolgt von quietschender Kreide auf einer Tafel.

Die Wissenschaftler konnten im Rahmen dieser Studie einen klaren Zusammenhang zwischen Tonhöhe und Reaktion beweisen: Umso höher der Ton, umso höher sei die Aktivität der Amygdala in der rechten Hemisphäre ausgefallen, wodurch die entsprechenden Abwehreaktionen auf hohe Töne ausgelöst werden.

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