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Robert Louis Stevenson: „Die Schatzinsel“

Robert Louis Stevenson erzählt in „Die Schatzinsel“ eine Geschichte von Piraten, vergrabenen Schätzen und abenteuerlichen Reisen über die See, von Loyalität und Verrat, von moralischer Integrität und vollkommener Verdorbenheit.

Robert Louis Stevenson war ein schottischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, der sich mit Reiseliteratur, Abenteuergeschichten und Historienromanen einen Namen machte. Neben der schön schaurigen Erzählung über „Dr. Jekyll und Mr Hyde“ ist „Die Schatzinsel“ wohl sein bekanntestes Werk. Es erschien zunächst 1981/82 als mehrteilige Reihe in einer Zeitschrift und bereits im Folgejahr als Bucherstdruck. Heute zählt der Roman zu den Klassikern der Jugendliteratur, und unzählige Drehbuchschreiber haben die Geschichte immer wieder für Film und Fernsehen aufbereitet und sie damit bis heute lebendig gehalten.

Robert Louis Stevenson: „Die Schatzinsel“

Das Abenteuer beginnt in einem englischen Gasthaus. Dem jungen Jim Hawkins, Sohn des Wirts, fällt die Karte einer Insel in die Hände, auf der das Versteck eines verschollen geglaubten Schatzes verzeichnet sein soll. Der berühmt-berüchtigte Pirat Kapitän Flint soll ihn einst dort vergraben haben. Als Jim einem Bekannten seines Vaters, Doktor Livesey, und dem Friedensrichter Trelawney die Karte zeigt, beschließen diese, eine Expedition zu starten, um den Schatz zu finden. Jim heuert als Schiffsjunge an und findet auf der Reise schon bald heraus, dass sich unter der Schiffs-Crew auch Männer befinden, die zu Flints früherer Mannschaft gehörten. Unter der Leitung von Long John Silver, dem Schiffskoch, planen diese eine Verschwörung: sie wollen den Schatz selbst bergen und den Rest der Crew töten…

Die Geschichte ist also höchst abenteuerlich und hat mit verwegenen Piraten, geheimnisvollen Schätzen, unbewohnten Inseln, Intrigen und Mordgelüsten alles, was ein Spannungsroman braucht. Die jugendlichen Leser Stevensons finden in Jim Hawkins, der die Rolle des Ich-Erzählers übernimmt und die Ereignisse aus seiner Sicht schildert, eine Identifikationsfigur und einen guten Anknüpfungspunkt, um sich tief in die Geschichte hineindenken und -fühlen zu können. „Die Schatzinsel“ präsentiert sich als Bildungsroman, in dem der junge Held eine Entwicklung durchmacht, die ihn ein gutes Stück auf dem Weg vom Jungen zum Mann bringt. Jim wird auf seiner Reise erwachsen und lernt, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Robert Louis Stevenson: Das Vermächtnis seiner Schatzinsel

„Die Schatzinsel“ hat wie kaum ein anderer Roman das moderne Bild des Piraten geprägt. Vieles, was wir heute mit dieser Figur verbinden, lehnt sich an Stevensons Geschichte und ihren Illustrationen an. Die Geschichte des Piratenfilms wäre ohne die unzähligen Adaptionen dieses Romans, von denen die ersten bereits 30 Jahre nach Veröffentlichung des Buches folgten, unvollständig und kaum denkbar. Was hier auf der Leinwand meist äußerst flott daherkommt, stellt für den modernen Leser ein vielleicht nicht ganz einfaches Lesevergnügen dar, erscheinen uns gerade die Dialoge mitunter doch recht theatralisch. Doch Robert Louis Stevensons „Die Schatzinsel“ darf als ein Stück Weltliteratur eigentlich in keiner gut sortierten Bücher-Sammlung fehlen. Gerade denen, die ein Faible für herrlich altmodische Abenteuer-Romane haben, sei das Buch unbedingt empfohlen.

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