„Schwarzes Gold“ von Kjell Ola Dahl – Was war noch ein Thriller?

Momentan in der Finanzkrise reißen sich die Verlage ja um die sogenannten Wirtschaftsthriller und preisen diese dann auch stets als die spannendsten und packendsten an. Auf „Schwarzes Gold“ des norwegischen Autors Kjell Ola Dahl trifft jedoch weder das eine noch das andere zu, denn dieses Buch verdient die Bezeichnung Thriller nicht!

Selten habe ich so ein langweiliges Buch gelesen. *Gähn* Was groß tönend als Thriller angekündigt wird, entpuppt sich als nichts anderes als eine dicke Mogelpackung. Nichts gegen Wirtschafts- oder Politthriller. Diese liebe ich, doch „Schwarzes Gold“ ist allenfalls ein aufgepeppter und personalisierter Bericht über den täglichen Wirtschaftsteil einer Tageszeitung. Geld, Macht, Untreue, Sex dienen hier als bloße verkaufsfördernde Abziehbildchen und wollen wohl vor allem Seiten füllen und den mageren Plot unnötig in die Länge ziehen.

Der Patriarch Georg Spenning führt seine Reederei mit strenger Hand. Geschäftsführer der Firma ist Vebjorn Lindemann, der langsam jedoch vom neuen Partner Brede Gran verdrängt zu werden droht. Als dann auch noch der Aufsteiger Erling Sachs Spennings Tochter heiratet, mit der Lindemann vorher ein Verhältnis hatte, reicht es letzterem. Er kündigt und wird neuer Vorstand einer Bank.

Mit dem Aufstieg der New Economy muss dann auch die Reederei Konkurs anmelden und versucht unter neuem Namen zurückzukommen, wo nun auch Lindemann wieder mit dabei ist. Er versucht aus der Firma einen multinationalen Konzern zu machen. Doch sein alter Rivale Brede Gran, der zwischenzeitlich Geschäfte in den USA getätigt hat, kommt nach Norwegen zurück und plant eine feindliche Übernahme

Im Buch klingt das dann genauso spannend wie hier. Es geht wirklich nur um diese Übernahme. Gelingt sie oder nicht? Die paar Nebenplots können das ganze Elend dann auch nicht mehr retten. Hinzu kommen noch Geschichten über Lindemanns Söhne: Der eine spekuliert, der andere möchte Schriftsteller werden. Was für ein Zusammenhang! Mit viel, aber auch nur mit ganz viel Wohlwollen könnte man hinter „Schwarzes Gold“ eine Art Familiengeschichte vermuten. Aber ein Thriller ist es allemal nicht!!!

Ein weiteres Buch also, das man sich getrost sparen kann. Es sei denn man möchte etwas über die skandinavische Finanzwelt lernen. Dann lieber doch das echte Wirtschaftsgeschehen verfolgen. Das bietet einem momentan ja genug Krimi…

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