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Sebastian Fitzek: „Die Therapie“

Sebastian Fitzek schrieb sich mit seinem Debüt-Roman „Die Therapie“ sofort in die Herzen der deutschen Thriller-Fans und ist mittlerweile auf gutem Wege, in naher Zukunft zu einem der meist-gelesenen deutschen Autoren zu werden.

Sebastian Fitzek wurde 1971 geboren und lebt und arbeitet bis heute in seiner Heimatstadt Berlin, die auch als einer der Schauplätze in seinen Geschichten dient. Er kann ein abgeschlossenes Jura-Studium vorweisen, arbeitet mittlerweile aber als Programmdirektor bei einem Berliner Radiosender und schreibt nebenbei immer neue Romane. „Die Therapie“ war sein Erstling. Das Buch erschien 2006, wurde als bester Debüt-Krimi für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert, und schon recht schnell nach der Veröffentlichung des Werkes wurden die Filmrechte verkauft.

Sebastian Fitzek: „Die Therapie“

Der Psychiater Viktor Larenz wird selbst Therapie-bedürftig, als seine kleine Tochter zuerst schwer erkrankt und schließlich spurlos verschwindet. So wie die Ärzte nie die Ursache für das Leiden der kleinen Josy finden konnten, hat die Polizei auch vier Jahre nach ihrem Verschwinden noch immer keine Spur der 12-Jährigen entdeckt. Larenz hat sich seitdem immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, er ist arbeitsunfähig und seine Frau hat ihn längst verlassen. Er zieht sich in die Abgeschiedenheit des Familien-Ferienhauses auf einer kleinen Insel zurück, doch schon bald wird er in seiner traurigen Ruhe gestört. Eine junge Frau wendet sich an ihn, angeblich weil er der einzige Psychiater sei, der sie behandeln könne.

Nur widerwillig beginnt Larenz mit der Therapie der jungen Frau, wobei ihn weniger ihr Schicksal, als vielmehr die vielen Parallelen ihrer Geschichte zu seiner eigenen interessieren. Es hat immer mehr den Anschein, als wüsste die Frau etwas über Josy und ihr Verschwinden. Larenz wird selbst zum Ermittler in diesem Fall und schöpft Hoffnung, vielleicht doch die Wahrheit herausfinden zu können. Doch was er letztlich im Laufe der Therapie aufdeckt, übertrifft alles, was er sich je hätte ausmalen können…

Sebastian Fitzeks „Die Therapie“: gelungener Einstand

Mit seinem Erstling hat sich Fitzek schon den Ruf eines talentierten Thriller-Autoren erarbeitet. Auch wenn dem Leser ein paar Ideen im Buch seltsam vertraut erscheinen, lässt „Die Therapie“ insgesamt eine ganz eigene Handschrift erkennen. Die Geschichte ist äußerst bildhaft und temporeich erzählt, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Wer glaubt, er habe des Rätsels Lösung bereits selbst herausgefunden, wird höchstwahrscheinlich noch auf den letzten Seiten feststellen, dass er einem Irrtum unterlegen ist. Denn der Schluss beherbergt gleich mehrere Wendungen, die ab einer bestimmten Stelle mit solcher Wucht und Schnelligkeit auf den Leser einprasseln, dass es sich lohnt, hinterher einmal tief einzuatmen und das eben Erfahrene noch einmal in Ruhe Revue passieren zu lassen.

Wie auch bei dem 2010 erschienenen Roman „Der Augensammler“ macht vor allem das Leid um seine Tochter, das der Leser mit dem Vater von Beginn an teilt, einen wichtigen Teil der emotionalen Erfahrung aus. So wird der Thriller auch zur tragischen Familiengeschichte. Wer hier nicht mitfühlt, hat ein Herz aus Stein. Die Spannung steigt stetig und hält sich bis zum Schluss, was „Die Therapie“ zu einem sehr kurzweiligen Lesevergnügen werden lässt, das Lust auf mehr macht. Nicht ohne Grund waren auch die Folge-Romane erfolgreich, und wie geflüstert wird sind schon für jedes der Bücher Verfilmungen in Planung.

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