Selbstverdauung

Wenn der Körper Hunger leidet und wenig von den Nährstoffen bekommt,
welche er zur Erhaltung relevanter Körperfunktionen braucht, dann beginnen seine eigenen Proteine und Zellorganellen zu verdauen.

Bei so einem Alarmsignal schüttet der Hypothalamus einen Stoff namens „Corticoliberin“ aus, der in die Hypophyse wandert und seinerseits die Freisetzung des eines Hormons auslöst. Dieses Hormon wandert daraufhin zu den Nebennieren, wo verschiedene Hormone, darunter Adrenalin und Cortisol, ausgeschüttet werden, die dann mit den Geweben im Körper interagieren.

Cortisol sein übrigens, indem es die Aufschlüsselung von Körpereiweißen zur Glukose – was den Selbstverdauungsprozess – auslöst, welches als Treibstoff genutzt wird, während das Adrenalin dafür sorgt, dass der Ruhenerv ( lat. der Parasympathikus) blockiert wird.

Genau das hat zur Folge, dass die Adern in den Muskeln erweitert werden und eine optimale Energiezufuhr möglich ist – was aber andererseits auch bedeutet,das die Verdauung gestoppt ist und der Körper nun auf  körpereigenes Gewebe zur Energiegewinnung zurückgreift.

In der trockenen Biologie ist das ganz einfach zu erklären, denn dem Körper bleibt nur, auf das Eiweiß in den Muskelzellen zurückzugreifen.
Ebenso wird er vom Fettgewebe und anderen verfügbaren Nährstoffe zehren.

Normalerweise hat die Natur das anders vorgesehen, denn eigentlich dient diese Reaktion nur für eine kurzfristige, akute Notfallsituation.

Ist diese vorbei, wird der Körper versuchen sich auszuruhen, damit sich die Stresshormone wieder abbauen können, Verletzungen bspw. repariert werden können und auch die Verdauung wird sich wieder fortsetzen.

Um solche Vergiftungen zu vermeiden, ist es günstig, sich körperlich zu betätigen und damit der Muskulatur das geben, was sie will – Anstrengung und Bewegung – aber auch Techniken wie Meditation und autogenes Training, also das bewusste Suchen von Ruhe und Erholung.

Gar kein Stress ist aber auch keine gute Idee, da geht die Vitalität verloren – hin und wieder eine kurze, heftige Portion Stress mit der dazu gehörigen körperlichen Reaktion ist eine gute Sache.

Nur langfristig und dauerhaft ist es schädlich.

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