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Sind alle Schotten geizig?

Schotten sind geizig und knausern an allen Ecken und Enden. So heißt es jedenfalls immer wieder. Das Klischee hält sich ebenso hartnäckig wie der Kilt als traditionelles Beingewand der männlichen Schotten. Aber was ist dran?

Der Geiz der Schotten ist eines dieser wunderbaren Beispiele für Klischees, welche die Eigenschaft einzelner Individuen auf ein ganzes Volk oder eine ganze Nation übertragen. Ein Deutscher zeigt sich stets pedantisch, akkurat und ordentlich, ein Japaner geht nie ohne Fotoapparat auf Reisen und ein Schotte spart, wo immer er kann. Alles Blödsinn oder steckt doch ein Körnchen Wahrheit hinter dem Vorurteil?

Schotten: Knausern, geizen, eifrig sparen?

Auch den Holländern wird immer mal wieder nachgesagt, sie seien extrem sparsam, und in Deutschland sind es die Schwaben, die sich diesem Vorurteil ausgesetzt sehen. Aber das Klischee des geizigen Schotten hält sich sogar noch beharrlicher, und mitunter wird dieser vermeintliche Charakterzug richtig bösartig auf die Schippe genommen: Die Schotten seien so geizig, dass sich die Männer nicht einmal Hosen leisten wollen, sondern viel lieber die Röcke ihrer Frauen auftragen, heißt es dann. Und sie spielen ihre Musik auf dem quietschenden Dudelsack, weil ihnen das Geld für ein besseres Instrument zu schade sei. Natürlich ist das nichts als Quatsch und grenzt schon an bösartige Verleumdung.

Der sprichwörtliche Geiz der Schotten in der Realität

Die Landschaften Schottlands sind nicht gerade das Sinnbild für weit verbreiteten, ertragreichen Ackerbau. Das Klischee des geizigen Schotten entstammt womöglich einer Zeit, in der sich vor allem die ländliche Bevölkerung aufgrund von anhaltender Armut und Hungersnöten so sparsam wie möglich verhielt. So wie es unzählige Völker in der Vergangenheit getan haben und es jeder vernünftige Mensch inmitten von Wirtschafts- und Finanzkrisen auch heute noch tut.

Liest man aktuelle Berichte im Internet, stößt man unterdessen immer wieder auf Menschen, die von der ungeheuren Gastfreundlichkeit der Bevölkerung schwärmen, welche ihnen während einer Schottland-Reise begegnet ist. Entgegen aller Klischees scheint Großzügigkeit hier nicht nur in ländlichen Gegenden weit verbreitet zu sein und gehört gerade im Umgang mit Besuchern offenbar zum guten Ton. Sicherlich sitzen in Schottland immer irgendwo ein paar alte Knauser, die stets ein wachsames Auge auf jeden einzelnen Penny haben. Aber seien wir mal ehrlich: die gibt es schließlich überall, auch bei uns.

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2 Kommentare

  1. Uli Paulini

    7. September 2011 at 09:44

    Wir waren in GB in den 70er und 80er Jahren.
    Einmal bekamen wir von Mitbewohnern in einem Hotel in Inverness rechlich Wisky spendiert, bis ich meiner Frau sagte: „Jetzt sind wir aber mal drann!“. Wir tranken die trinkfesten Briten (Schotten) wirklich unter den Tisch (wie man bei uns so sagt) Jedenfalls nichts von Geizigkeit. Es wird uns immer in Erinnerung bleiben. Auch in Südafrika zeigten sich besonders die englischstämmigen Leute als besonders Gastfreundlich. Ich verstehe diese eingefleischten Meinungen oft nicht! Auch ist es so mit den Speisen. Teilweise assen wir besser wie in Frankreich. Wer hat die meisten Gewürze nach Europa begracht? Mal nachdenken ihr Ignoranten!
    Herzliche Grüsse und gerne würde ich nach GB reisen, wenn meine Frau nicht unlängst verstorben wäre,
    Ihr Uli

  2. Scotty

    3. Oktober 2012 at 22:24

    Die schottische Landbevölkerung war früher ziemlich arm und notgedrungen sparsam, daher kommt es, daß die Schotten bis heute sparsam genannt werden.

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