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Sind die meisten Flugbegleiter schwul?

Es gibt das alte Klischee des schwulen Flugbegleiters, der mit näselnder Sprache und Tablett noch mehr Prosecco anbietet. Aber könnte es nicht sein, dass das  Klischee stimmt und dadurch verstärkt wird, dass heterosexuelle Männer aus Angst vor der Stigmatisierung andere Berufe ergreifen?

Auch in Film und Fernsehen wird der schwule Flugbegleiter parodiert, zum Beispiel bei (T)Raumschiff Surprise mit Bully Herbig. Die Wahrheit ist, an dem Klischee ist etwas dran. Es gibt so einige schwule Flugbegleiter, wenn auch nicht alle schwul sind. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar, es gibt aber ein paar gute Ansätze zur Erklärung.

Schwule Flugbegleiter sind die besseren Troubleshooter

Eine sehr nette Aussage ist, dass es schon einer gewissen Persönlichkeit bedarf, um mit den vielen verschiedenen und manchmal schlecht gelaunten Passagieren fertig zu werden. Deshalb ist der Beruf auch von Frauen dominiert. Zusätzlich existiert das Klischee des schwulen Flugbegleiters seit Dekaden, weshalb vielleicht so einige heterosexuelle Männer diesen Beruf von vornherein nicht ergreifen möchten, ebenso wenig wie kleine Jungs normalerweise rosa vermeiden.

Forciert wurde das Klischee zum Beispiel von einem französischen Flugbegleiter namens Gaëtan Dugas, angeblich extrem gutaussehend, der Anfang der 80er Jahre großen Anteil an der Verbreitung des HI-Virus hatte und selbst 1984 daran starb. Als Flugbegleiter reiste er täglich zu neuen Destinationen und erfreute sich bei den Männern großer Beliebtheit. Die vielen Liebhaber in verschiedenen Städten taten dann ihr übriges. Das Thema wird auch in dem großartigen Film „…und das Leben geht weiter“ aus dem Jahr 1993 behandelt.

Seinen Taubenschlag finden

Ein weiterer Grund könnte sein, dass Menschen sowohl in einem Suchprozess als auch als offen Homosexueller Kontakt zu Gleichgesinnten suchen. So wie sich ein Künstler automatisch zu einer Kunsthochschule hingezogen fühlt, könnte ein Schwuler Interesse an einem Job haben, der ihn mit anderen Schwulen in Verbindung bringt. Die Arbeit als Flugbegleiter ist außerdem sehr mondän, man kann die Welt bereisen und die Mitarbeiter sind vielleicht offener anderen Lebensformen gegenüber.

Es gibt sogar eine Organisation für homosexuelle Piloten, so marginal kann also der Anteil generell nicht sein. Es ist bewiesen, dass Schwule und Lesben in allen Teilen der Bevölkerung existieren, die Aussage, dass Schwule generell „weicher“ sind ist also Quatsch, das wissen wir spätestens seit der schwule Cowboy in Brokeback Mountain den Mainstream erreichte. Wenn man mal die Scheuklappen abnimmt, dann gibt es auch interessante Klischees über heterosexuelle Männer, zum Beispiel die gute alte Wehleidigkeit.

Aber was wäre schlimm daran, wenn es einen etwas höheren Anteil von Schwulen in gewissen Berufen gibt? Auch in vielen anderen Berufsgruppen finden Menschen zueinander, die ähnlich ticken. Und das ist ja auch gut so, immerhin muss man eine große Zeit des Tages mit ihnen verbringen.

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