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Tierische Intelligenzbestien

Die Intelligenz von Tieren wird häufig unterschätzt. Der planvolle Einsatz von Hilfsmitteln von Werkzeugen sowie die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und galten lange als einzig menschliche Fähigkeiten, die ihn von anderen Tieren abgrenzt und seine kognitiven Fähigkeiten als einzigartig herausstellt. Inzwischen weiß man, dass der Mensch mit keiner dieser Begabungen alleine dasteht.

Mit Hilfsmitteln zum Ziel

Regelmäßiger Werkzeuggebrauch war zunächst bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, erst in den 1960er Jahren in einer Fachzeitschrift dokumentiert worden. Die berühmte Primatologin Jane Goodall konnte Schimpansen unter anderem dabei beobachten, wie sie Blätter als Trinkhilfe und Steine als Nussknacker verwendeten. Erst in den letzten Jahren kommen mehr und mehr Berichte über den Einsatz von Hilfsmitteln im Tierreich hinzu. So ist dieses Verhalten inzwischen bei vielen weiteren Säugetieren wie Delfinen oder Elefanten beobachtet worden. Aber auch Vögel, vor allem Rabenvögel wie Elstern und Krähen, zeigen immer wieder Formen des Werkzeuggebrauchs. Dabei sind sie auch in der Lage auch komplexe Fragestellungen zu lösen. Jüngst wurde sogar von Krokodilen bekannt, dass sie gezielt Stöcke als Köder bei der Jagd auf Vögel gebrauchen.

Selbsterkenntnis im Spiegel

Die Fähigkeit der Selbsterkenntnis gilt unter vielen Wissenschaftlern als ein besonders eindringliches Zeichen für ein hohes Maß an Intelligenz. Um dieses Selbstbewusstsein einschätzen zu können, kommt der sogenannte Spiegeltest zum Einsatz. Hierbei wird Tieren ihr Spiegelbild präsentiert, und die Reaktion auf Veränderungen ihres Äußeren, wie zum Beispiel eine heimlich angebrachte Farbmarkierung auf der Stirn, beobachtet. Menschenaffen und Delfine bestehen diesen Test regelmäßig und sind in der Lage ihr Spiegelbild als Darstellung ihrer selbst zu erkennen. Auch an Elstern wurde der Test erfolgreich durchgeführt. Menschen sind übrigens erst ab einem Alter von etwa zwei Jahren fähig diese Aufgabe zu bestehen.

Intelligenz bei Tieren bislang unterschätzt

Lange sah der Mensch sich als einziges Wesen, das gezielt Hilfsmittel zur Bewältigung schwieriger Aufgaben einsetzte, und sprach Tieren ein Selbstbewusstsein ab. Doch immer wieder tauchen neue Studien über immer mehr Tiergruppen auf, die ihn eines Besseren belehren. Heute weiß man, dass der Mensch mit kaum einer seiner Eigenschaften völlig allein da steht, sondern sich häufig Beispiele dafür auch im Tierreich finden lassen.

Web-Tipp:

Sie interessieren sich für Tiere und Tiersendungen im Fernsehen? Dann finden Sie spannende Informationen z.B. bei Animal Planet auf hoerzu.de.


Artikelbild: simschmidt – Fotolia

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