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Unfreundliche Dienstleister und Verkäufer – ein Klischee?

Verkäufer haben generell schlechte Laune und lassen die Kunden ihren Missmut spüren. Erst letztens war ich in einem großem Kaufhaus zu Berlin, dass bis um 22 Uhr geöffnet hat.

Um 21 Uhr kam ich auf die Idee noch die Pforten des Kaufhauses zu betreten und ein bisschen  mit einer Freundin zu shoppen.

Im ersten Laden stand schon die erste gelangweilte und frustriert aussehende Verkäuferin. Der Mundwinkel hängt bis zu den Füßen runter, meist wir die Langeweile und seelische Ermüdung noch unterstrichen, indem man gelangweilt seine Fingernägel anschaut.

Ich wagte es trotzdem diese Frau anzusprechen, ob Sie farbige Strumpfhosen habe. Monoton bekam ich die Antwort, sie haben keine bunten Strumpfhosen. Als ich fragte, wann es denn wieder welche gäbe, bekam ich die gleiche freche Antwort, die überhaupt nicht auf die Frage von mir passte: Sie habe keine Strumpfhosen: Ich: Ach so…!? Während den Antworten schaute Sie gelangweilt in eine andere Richtung. Serviceosase Deutschland? – von wegen!

Daraufhin sagte ich ihr, sie habe ja bald Feierabend, Kopf hoch und einen wunderschönen Abend noch! Wieder kein Tschüss oder dergleichen. Im nächsten Geschäft lauerte die nächste missgelaunte Verkäuferin, die gerade ein bedeutungsvolles Telefonat über Ihre kreischend bunte, tattooartige Fingernagelpediküre führen musste.

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Wie konnte ich da auf die Idee kommen, während der Arbeitszeit von ihr eine Dienstleistung zu erwarten oder gar einen freundlichen Ton. Nachdem ich sie 2 Minuten intensiv fixierte, unterbrach sie mit murrenden Ton ihr Gespräch.

Tut mir Leid, dass ich sie gestört habe, sage ich. Darauf sie –  kein Ton der Entschuldigung. Strumpfhosen bunte habe Sie nicht, wieder dieser gelangweilte Blick – ist das eine Verkäuferkrankheit? Bevor sie Ihren versteckten Schleudersitz betätigt, verlassen wir vorsorglich schnell den Laden. Kein Aufwiedersehen oder Tschüss erwidert die Verkäuferin auf meine betont freundlich und fröhliche Verabschiedung. Haben die vermeintlichen Verkäuferinnen denn keine Chefs, welche diese angeblichen Dienstleister kontrollieren? Oder leben wir in der Gesellschaft, in der Frust an jedem legitim ausgelassen werden kann?

Alles nur berufstypische Klischees, dass Verkäufer und Dienstleister jegliche Art missgelaunte Wesen sind? Nein, sie lauern hinter jeder Theke – egal ob der Bäcker, Supermarkt oder im Warenhaus – überall schlecht gelaunte Verkäuferinnen! Nur bei Lidl – wer hätte das gedacht – gibt es sie noch,  die freundlichen Verkäufer.

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2 Kommentare

  1. Tobias

    1. September 2009 at 18:37

    Das ist ein furchtbares Klischee.
    Ich bin selber Azubi, und dass ich mir bei den – Achtung! – unverschämten >Kunden< manchmal noch ein Lächeln ‚rauszwiebeln kann grenzt an ein Wunder.

    Natürlich starte ich den Tag mit dem Gedanken, meine Arbeit zu schaffen und vernünftige Dienstleistungen anzubieten. Wenn dann aber der erste Kunde schon wieder jammert, sein regionales Produkt stehe immer so weit oben im Regal oder der andere meint, dass wir ZU VIELE WAREN auf einer ZU GROSSEN VERKAUFSFLÄCHE anbieten, DIE JA SO ANSTRENGEND WÄRE, ZU DURCHQUEREN, dann geht das Lächeln nur noch schwer. Am Ende eines wirklich schweren Tages drängeln sich Leute durch die Kassen in den Markt, und ich kann nicht weitermachen, weil ich solange warten muss, bis der Letzte ‚raus ist. Dass ich das nicht mache, weil ich schon garnichtmehr bezahlt werde, ist klar: Ich räume meine Ware – in diesem Falle Brot und Backwaren aus der Theke – aus und mache das Ding dicht. Es ist nach 20 Uhr, und meine Schicht ist aus. Wenn es Leute 13 Stunden 6 Tage die Woche es nich schaffen, ihre Semmlen zu kaufen – PECH. Ich kann ja auch nicht einkaufen, da ich arbeiten muss.

    Wenn man nach Ladenschluss noch irgendwelche Rabatte in der Molkerei aushandeln muss, oder Semmeln umsonst bekommen möchte, der muss zwangsläufig auf maulende Gesichter stoßen. Wir sind auch nur Menschen – wir sind nicht mit dem Arbeitskittel des jeweiligen Marktes auf die Welt gekommen. Ergo: Wir haben ein Nervenkostüm, und das ist sehr schnell aufgebraucht. Durch TÄGLICHES zermürben der Kunden. Es muss ja alles billig werden, deshalb gibt es kein Personal, und kein Personal bedeuted mehr Arbeit, die liegen bleibt, wenn sich Kunde XY nicht entscheiden kann. Dass der Verkäufer irgendwann zu seiner Ware zurückkehrt liegt dann in der Natur der Dinge. Wenn ihr akzeptiert, dass der Käse eben mal 2,50 Euro oder der Liter Milch 1,49 kostet, dann wäre die Situation für die Unterbesetzten Shops eventuell lockerer.

    Die in Deinem Blog geschriebenen Fälle treffen natürlich nicht ganz zu meinen Beispielen zu, da es sich noch um die bezahlte Zeit handelt. Aber die immer verschärfteren Arbeitszeiten (wir machen um 4 UHR auf, und um 23 UHR zu, haben aber „nur“ von 7 bis 20 offen) zerren. Tag für Tag.

    Meistens jammern immer die Leute über Verkäufer, die entweder einen Bürojob haben (und somit nie anstrengende Arbeit erlebt haben) oder nie im Handel gearbeitet haben.

    Ich würde selber vor der eigenen Haustür kehren.

  2. Moni

    3. März 2011 at 01:23

    Jetzt bleibt mir als Einzelhandelskauffrau doch garnichts anderes übrig als hier mal die andere Seite darzustellen, oder?!

    Ist es denn nicht auch oft genug so dass IHR, ja, IHR ALLE, als Kunden eure Laune mit in ein Geschäft nehmt? Keinen Parkplatz gefunden, im Regen nass geworden, Auto kaputt, schlechte Note bekommen, und einkaufen muss ich auch noch! Klar dass man den Laden dann nicht mit einem Lächeln betritt.

    Trotzdem, ich bin nett und versuche zu helfen!

    Und wenn dann noch der gewünschte Artikel fehlt wird der Verkäufer, der einem ja auch nur die schlechte Nachricht überbringt, halt auch mal schief angeguckt oder wortlos stehen gelassen. Mensch, ich kann doch nix dafür!

    Gut, achselzucken, nächster Kunde: der schreit mir durch die Gänge entgegen „Wo habtn ihr n Klo?“. Kein Guten Tag, nicht mal ein freundliches Gesicht.
    Okay, war vielleicht dringend…

    Trotzdem fällt meine Laune Richtung Keller…

    Lächeln aufsetzen, nächster Kunde – oder gleich mehrere: laut schwatzend genau im Hauptregalgang, zwei Einkaufswägen, nen Kinderwagen und drei Körbe neben sich drappiert, kein Durchkommen mehr, auf freundliches Bitten ob man vielleicht mal durch könnte bekommt man nen Blick wie etwas Ekliges das unter der Schuhsohle klebt.

    Hmpf, anstrengender Tag heute!

    Und so geht das weiter! Stunde um Stunde! Kunde um Kunde! Das zehrt wirklich an den Nerven.

    Worauf ich hinaus will? Schlechte Laune färbt ab, ich seh das jeden Tag. Gute aber auch! Wenn ihr alle als Kunden das nächste mal einen Verkäufer anlächelt, ihn höflich begrüßt, vielleicht ein bitte und danke sagen könnt – dann kann genau dieser Verkäufer dem nächsten Kunden freundlich weiterhelfen! 😉

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