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Vom Aussterben bedroht

Bei Nerz denken viele Menschen vermutlich zuerst an Mäntel oder Jacken – und tatsächlich ist er trotz aller Kampagnen von Tierschützern zurück in der Mode. Auch dem früher hierzulande weit verbreiteten europäischen Nerz ist sein dunkelbraunes, schimmerndes Fell zum Verhängnis geworden: In Deutschland ist der kleine, wasserliebende Jäger schon seit 1925 ausgestorben.

Konkurrenz für den europäischen Nerz aus Amerika

„Der europäische Nerz zählt zu den am meisten gefährdeten Säugetierarten Europas“, erklärt Dr. Oskar Kölsch, Leiter des niedersächsischen Otter-Zentrums Hankensbüttel. Heute finde man nur noch kleine isolierte Populationen des flinken Beutegreifers in Frankreich, Spanien, Rumänien, Estland, Russland oder der Ukraine. Doch nicht nur seine Bejagung, sondern auch die Begradigung von Flüssen und Bächen, die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Gewässerverschmutzung und der Bau von Wasserkraftwerken haben die Art an den Rand der Ausrottung gebracht. „Außerdem hat ihn sein amerikanischer Verwandter, der Mink, aus seinem ohnehin begrenzten Lebensraum verdrängt“, so Oskar Kölsch. Der Mink sei größer, anspruchsloser und robuster, er werde in Pelzfarmen gezüchtet. Ausgebrochene oder freigelassene Tiere hätten sich rasch gegenüber dem heimischen Nerz durchsetzen können. Mehr Informationen über Nerze und die Familie der Marder gibt es unter www.otterzentrum.de.

Erhaltungszucht im „Nerz-Moor“

Das Otter-Zentrum Hankensbüttel beteiligt sich an der Erhaltungszucht des vom Aussterben bedrohten europäischen Nerzes.
Foto: djd/OTTER-ZENTRUM

Im sogenannten Nerz-Moor des Otter-Zentrums Hankensbüttel können Besucher beide Arten – den Mink und den europäischen Nerz – in ihrem typischen Lebensraum aus der Nähe kennenlernen. Die Naturschutzeinrichtung beteiligt sich auch an der Erhaltungszucht des zur Familie der Marder gehörenden europäischen Nerzes. „Dort, wo der robuste Mink bereits vorherrscht, macht es allerdings keinen Sinn, heimische Nerze auszuwildern“, erklärt Oskar Kölsch. Deshalb unterstütze das Otter-Zentrum auch ein Projekt zur Wiederansiedlung heimischer Nerze am Steinhuder Meer bei Hannover, wo die Tiere einen optimalen Lebensraum vorfänden und es noch keine Konkurrenz durch den Mink gäbe. (djd)

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