Home Allgemeinwissen Vom Industriegebiet zur lukrativen Arbeits- und Wohnsiedlung

Vom Industriegebiet zur lukrativen Arbeits- und Wohnsiedlung

Wer das im Norden Münchens gelegene „NUOffice“ passiert, wird bei dessen Anblick kaum auf den Gedanken kommen, dass es sich dabei um das nachhaltigste Gebäude der Welt handelt. Das Bauwerk passt sich farblich dem vorherrschenden Bild aus rot und weiß an und befindet sich ausgerechnet dort, wo bis zur Jahrtausendwende noch großflächig Industrie angesiedelt war: Im Bezirk Parkstadt Schwabing. Dem Leitbild „kompakt-urban-grün“ entsprechend, wird das gesamte Gebiet seit 2000 für nachhaltige und sozial verträgliche Zwecke umgebaut.

Das „NuOffice“ ist das erste von drei direkt angrenzenden „NuOffices“, die sich derzeit im Bau befinden. Mit 94 von 110 Punkten des weltweit meistverbreiteten Zertifizierungssystem „LEED“ ist das Bauwerk Spitzenreiter in Sachen Ökologie. Dafür mussten zahlreiche Punkte berücksichtigt werden.

Intelligente Konzepte

Um sowohl dem Thema „Gebäudedämmung“ als auch der Recyclingfähigkeit gerecht zu werden, verzichtete man auf Wärmedämmverbundsysteme. Stattdessen entschied man sich für ein Fassadensystem, das rückwärtig belüftet wird. Auch die Anzahl der Fenster wurde optimiert, da dort der meiste Wärmeverlust stattfindet. So hat das NUOffice einen Energiebedarf von kaum mehr als 30kW/h, üblich für Gebäude dieser Größenordnung sind 100-150kW/h.

Um den größten Teil der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen, ist das komplette Dach mit Photovoltaikanlagen bestückt, außerdem wird Fernwärme zur Klimatisierung des Gebäudes genutzt. Dafür sind die Etagendecken mit Rohren durchzogen, die je nach Anforderung mit Kalt- oder Warmwasser durchspült werden. Auch eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel unterstützt das Bestreben der Entwickler der „NUOffices“, ökologisch einwandfrei zu konzipieren. Überschüssige Energie wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Ökologischer und wirtschaftlicher Erfolg

Mit 84 Prozent recyclebaren Abfällen blieb am Ende recht wenig zu beanstanden. Für die Investoren hat sich das Gebäude in der eher unattraktiven Wohngegend längst ausgezahlt: Der französische Kosmetikkonzern „Estée Lauder“, sowie die italienische Modekette „Giorgio Armani“ sind bereits in das Ökodomizil eingezogen.

Derzeit ist das Gebäude zu 100 Prozent belegt. Nicht verwunderlich: Vom Showroom für die Autobranche bis zur Kindertagesstätte ist das NUOffice darauf ausgelegt, für verschiedene Branchen genutzt werden zu können. Mit Fertigstellung der NuOffices zwei und drei steht bald neuer Wohn- und Arbeitsraum zur Verfügung.


Inhaber des Bildes: Markus Weißmüller – Fotolia

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