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Was die Windsors für die Briten bedeuten

Keine Macht dafür, aber umso mehr Ausstrahlung haben sie. Wenn man in wenigen Worten Groß Britannien beschreiben soll, dann kommt man an den Windsors nicht vorbei. Die königliche Familie, die sogenannten „Royals“, bestimmt das Image des Vereinigten Königreichs stärker, als Tower, Fish and Chips, Wembley und Wimbledon zusammen.

Die berühmte steife Oberlippe

Wenn die Royals etwas beherrschen müssen, dann die königliche Selbstbeherrschung. Die Queen ist die meistfotografierte Person der Welt. Man kann sich aber an kein einzelnes Foto erinnern, weil sie nie aus ihrer Rolle fällt. Mit dieser Art der vornehmen Zurückhaltung tun sich ihre Nachkommen häufig schwer. Ein Grund dafür mag sein, dass der Respekt der Medien bei der Berichterstattung über das Königshaus in den letzten Jahrzehnten deutlich nachgelassen hat. Es ist aber immer noch undenkbar, dass sich die Royals wie das dänische Königshaus zum Urlaub nach Südfrankreich begeben und die Queen wie Königin Margarete in einfachen Sommerkleidern über den Wochenmarkt bummelt.

Warum alle gerne zuschauen

Auch die Prachtentfaltung des britischen Königshauses hebt sie von anderen konstitutionellen Monarchien in Europa ab. Glanzvolle Trauungen, prächtige Paraden, gigantische Schlösser, die immer noch von den Royals genutzt und bewohnt werden. Viele Engländer ärgern sich natürlich über die Kosten, die zum großen Teil vom Steuerzahler getragen werden. Umgekehrt gründet sich ein großer Teil ihres Nationalstolzes auf das königliche Haus. Doch die Windsors sind nicht nur ein Kostenfaktor. Ein Gutteil des touristischen Anreizes, eine Reise nach England zu unternehmen, hat unmittelbar mit dem Königshaus und den schmucken königlichen Soldaten in ihren alten Uniformen zu tun. Und wenn im Hause Windsor geheiratet wird, dann sitzt die halbe Welt vor den Bildschirmen. So genießt jeder Brite insgeheim den Neid anderer Völker auf jene grandiose Selbstinszenierung der Königsfamilie. Für englische Zeitungen gibt es kaum etwas Besseres, als einen royalen Skandal. England müsste schon Fußballweltmeister werden, um eine ähnliche Auflagensteigerung zu erfahren. Und weil die Monarchien in der Welt nicht zahlreicher werden und niemand auf der Welt in puncto Stil den Windsors das Wasser reichen kann, wird das auch noch auf Jahre und Jahrzehnte zu bleiben.

Foto: Starpress

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