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Was uns Chlorgeruch übers Schwimmbad verrät

Was uns Chlorgeruch übers Schwimmbad verrät

Der Chlorgeruch gehört zum Freibadbesuch dazu wie die Portion Pommes und die Rutschpartie. Was uns da mit seiner strengen Note in der Nase beißt, kann aber alles andere als ein wohliges Gefühl auslösen: Denn Chlor beginnt nur zu riechen, wenn sich etwas anderes im Wasser befindet. Und dieses Etwas ist alles andere als appetitlich.

Öffentliche Schwimmbäder müssen sich an bestimmte Auflagen halten. Eine davon besagt, wie viel Chlor im Becken enthalten sein muss. Der Standard liegt zwischen 0,3 und 0,6 Milligramm pro Liter. Die angemessene Dosis hängt von verschiedenen Faktoren ab. So wirken sich die Anzahl der Gäste im Wasser, die Intensität der Sonneneinstrahlung oder die Effektivität der Aufbereitungsanlage auf das richtige Maß an Chlor aus, das dem Wasser beigemengt sein sollte.

Chlor tötet Krankheitserreger ab

Die Chemikalie tötet Keime im Wasser ab, ist jedoch eigentlich geruchslos. Erst wenn sie mit einer anderen Flüssigkeit in Berührung kommt, entwickelt sie den für uns typischen Schwimmbadgeruch: Ist Chlor zu riechen, befindet sich Urin im Wasser. Chlor reagiert nämlich mit Harnstoff zu Trichloramin, je höher dessen Konzentration desto intensiver der typische Chlorgeruch.

Doch die Übeltäter sind nicht unbedingt schwimmende Badegäste, die zu faul sind, zur Toilette zu gehen. Denn jede gesunde Blase verliert naturgemäß bei Bewegung im Wasser ein paar Tropfen Urin. Dazu kommt, dass auch die Körperoberfläche Harnstoff absondert.

Trotzdem trägt ein ins Wasser pinkelnder Badegast einen deutlich höhere Menge an Harnstoff ins Wasser ein: Um genau zu sein sechs Gramm. Die gleiche Menge würde durch 40 Badende zusammenkommen, die den Stoff nur über die Haut abgeben.

Wie schädlich ist das Harn-Chlor-Gemisch?

Ob eine hohe Trichloramin-Konzentration schädlich ist, kommt auf den Einzelfall an. So kann sie bei Asthma die Bronchien zusätzlich reizen oder bei empfindlichen Augen zu Rötungen führen. Generell gilt jedoch: Ohne Chlor wäre das Freibadwasser deutlich unhygienischer und so auch schädlicher für die Gesundheit der Badegäste.

Bis zu 97 Prozent des Harnstoffes auf der Haut lassen sich mit Wasser abwaschen. Um das Schwimmbecken sauber zu halten, hilft eine gründliche Dusche vorm Baden – und natürlich das vorherige Aufsuchen des WCs.

 

Bildquelle: Pixabay, 607613, Dingolfing

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