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Was von der Wahrheit übrigblieb

Gerhard Wisnewski hat – mit „Verheimlicht, vertuscht, vergessen. Was 2011 nicht in der Zeitung stand“ – wieder seinen ganz eigenen Jahresrückblick geschrieben und steht damit erneut in den Bestsellerlisten. Mit 2011 blickt er zurück auf ein schnelllebiges, von Katastrophen geprägtes Jahr.


Was er schreibt, erinnert manchmal an wildeste Verschwörungstheorien. Denn Gerhard Wisnewski behauptet, dass die sogenannte Wahrheit austauschbar und medial ausgeblendet sei. Die Wahrheit betrifft in diesem Fall Dinge, die weltpolitisch eine große Rolle spielen. Hier geht es nicht um Kleinigkeiten, hier geht es um Ereignisse, die den Lauf der Geschichte verändern.

„Verheimlicht, vertuscht, vergessen“

Geschichte passiert nicht, Geschichte wird gemacht. Dies lässt sich zumindest aus Zitaten wie folgendem ableiten: „26.1. In New York treffen sich die globalen Fernsehmacher zur Einigung auf die offizielle Geschichte“ Aussagen wie diese sind es, die den Leser erschauern lassen können. Das die Medien es mit der Wahrheit häufig nicht so genau nehmen ist kein Geheimnis und doch ist es möglich über das Ausmaß der Manipulation noch zu erschrecken.

Eine alte Weisheit besagt, dass nichts so spannend und beängstigend ist, wie das wahre Leben. Autor Gerhard Wisnewski stellt dies mit seinem Jahrbuch wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis.

Chronologisch werden hier die Daten der Ereignisse  sortiert und dann ausführlicher zu bestimmten Themen Stellung bezogen und Kritik geübt. Untermalt wird das Ganze von Schwarz-Weiß Fotografien.

Verschwörungstheorien und Verblüffendes

Das in der Einführung gleich der 11. September 2001 aufs Tapet gebracht wird, lässt vielleicht vermuten, dass hier gleich althergebrachte Verschwörungstheorien neu aufgerollt werden und ein großes Drama bevorsteht.

Auch im Vorwort weiß man noch nicht so recht, was man vom ganzen Machwerk halten soll.  Was wohl daran liegt, dass Wisnewski hier doch mit etwas reißerischen Plattitüden aufwartet – von der „Hurerei im Medienbordell“ ist da unter anderem die Rede. Damit einher geht ein ebensolcher Pathos mit der Aussage, dass er selbst seine Wahrheiten nur selten und wenn dann unter schmerzhaftem Trennungsprozess wechsle. Ein bisschen also wie der Ritter in glänzender Rüstung oder der Don Quichotte der Wahrheit gegen die Windmühlen der Lüge. -So präsentiert sich Wisnewski als knallharter Ermittler.

Nicht wirklich neu und auch nicht wirklich einnehmend. „Politische Korrektheit gibt’s woanders. Hier ist Klartext angesagt.“ Das könnte ebenso gut ein neuer Werbeslogan für die BILD-Zeitung sein.

Ansonsten ist das Buch jedoch durchaus lesenswert. Bestimmte Ereignisse werden genauer rekapituliert und verschiedene Medienberichterstattungen dazu zusammengefasst. Der Stil ist dabei übersichtlich und nachvollziehbar. Der allgemeine Tenor dabei ist, dass nichts plötzlich geschieht und alle weltpolitischen Geschehnisse von langer Hand geplant sind.

Eines muss man Wisnewski in jedem Fall zugestehen. Nämlich, dass hier Dinge aus der Politik hinterfragt werden, die im Wirrwarr der allgemeinen Berichterstattung doch gerne mal aus dem Gedächtnis verschwinden. Das Buch ist also in jedem Fall lesenswert.

In einem Roman kam mal dieser schöne Satz vor: „Die Wahrheit liegt innerhalb eines bestimmten Kreises, doch der Irrtum ist immens.“ In diesem Fall trifft es wohl sowohl auf die globale Medienberichterstattung wie auch auf Wisnewskis Buch zu.

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