Wenn Architektur ins Rollen kommt

Zugegeben: Mit dem Begriff „Camping“ und „Wohnwagen“ habe ich lange Zeit Müßiggänger und Rentner assoziiert, die keine großen Ansprüche an einen Urlaub stellen und einfach nur günstig reisen möchten, doch die unfreiwillige Besichtigung einer Wohnwagen- und Caravan-Ausstellung, hat mein Bild von dieser Reiseform gründlich revidiert.



Wohnen auf Rädern

Der Begriff „Wohnmobile“ und „Architektur“ in Verbindung zu bringen, mag für viele keinen rechten Sinn ergeben, tatsächlich sitzen aber viele kluge Köpfe beisammen, bis ein neues Wohnmobil vom Band rollt, um aus einem Minimum an Raum den maximalen Nutzfaktor und Komfort herauszuschlagen. Den Architekten sind dabei räumliche Grenzen gesetzt, welche mit innovativen Ideen durchbrochen werden. Wer Platzprobleme in den eigenen vier Wänden kennt, der sollte sich mal bei einer Reisemobilausstellung umsehen. Plötzlich wird ein einzelner Raum zu einer ganzen Wohnung. Auf Komfort muss dabei niemand verzichten.

Rollende Luxusvillen

Weißer Satin, Leder, edle Hölzer – die Fahrzeuge der Premiumklasse bieten alles, was man sonst nur aus einem Luxusappartement kennt, dabei wundert es nicht, das so viele Hollywoodstars während eines Jobs in Trailern statt teuren Hotels wohnen. Unter den Wohnfahrzeugherstellern ist längst ein Wettstreit ausgebrochen: Wer hat das luxuriöseste Reisemobil im Sortiment. Fußbodenheizung, Sauna, selbst einen Whirlpool kann man für die rollende Suite ordern. Wer genug Geld hat, gibt mit dem Hersteller einfach seinen Wunschzettel und lässt sich seinen Caravan nach Maß anfertigen. Ansonsten herrscht auch für Wohnmobile „grüne Welle“. Ökologischen Belangen wird häufig eine höhere Bedeutung beigemessen, als persönlichem Komfort. Was sicher auch oft damit zusammenhängt, das gerade im Fahrzeugbau Emissionen sparen und Geld sparen ein und dasselbe bedeuten.

Hotel vor Ort

Sicherlich kennst du Werbetexte, die „in Strandnähe“, oder „nur zwei Minuten Fußweg bis zum Strand“ offerieren. Mit einem Wohnmobil allerdings kommt man näher an jede beliebe Location. 1,7 Millionen Deutsche schwören auf diese Art des Reisens. Alles ist jedoch nicht erlaubt. In den meisten Ländern – darunter auch Deutschland – ist wildes Camping verboten. Das heißt, Übernachtungen dürfen nur auf einem dafür vorgesehenen Stellplatz, oder mit einer entsprechenden Genehmigung vorgenommen werden. Wer in dicht besiedelten Gebieten unterwegs ist, findet ohnehin jederzeit eine Übernachtungsmöglichkeit. Es geht wohl mehr um das Lebensgefühl – das Gefühl, sein eigenes Zuhause mit dabei zu haben, um sich überall daheim zu fühlen.


Bild: gilles lougassi – Fotolia

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