Verträglichere Anästhesie durch den Verzicht auf Narkosegas

Wer schoneinmal eine Operation über sich hat ergehen lassen müssen und mit Gas betäubt worden ist, dürfte mit den Nebenfolgen vertraut sei: Übelkeit, Erbrechen und eine lange Aufwachphase. Diese Nachteile müssen jedoch nicht sein.

Der Einsatz von Lachgas und anderen Narkosegasen hat eine lange Tradition. Sie werden auch heute noch oft eingesetzt. Die Nachteile der Betäubung haben jedoch zu einem Umdenken geführt. Verstärkt wurde nach anderen Methoden gesucht. Die Lösung lautet auf den ersten Blick: Totale intravenöse Anästhesie (Tiva). Hierbei wird intravenöse ein Betäubungsmittel gespritzt. Hierdurch können einige Nachteile der Gas-Methode vermieden werden.

Leider gibt es jedoch einen großen Nachteil. Bei der Betäubung mit Gas über eine Gasmaske wird das ausgeatmete Gas wieder aufgefangen. Hierdurch kann genau berechnet werden, wieviel Gas der Körper aufgenommen hat. Dadurch kann die Betäubung genau dosiert werden. Dies ist bei der Betäubung mit Tiva nicht der Fall. Wieviel der Körper genau von der injizierten Menge aufnimmt bleibt unklar. Hier gibt es nun interessante neue Entwicklungen.

Bei der Target-controlled infusion (TCI) wird genau berechnet, wieviel Narkosemittel für den Patienten notwendig ist. Über ein Pumpensystem wird fortwährend dafür gesorgt, dass die richtige Menge Narkosemittel injeziert wird. Damit nun die richtige Menge des Mittels verabreicht werden kann, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Das am häufigsten verwendete Mittel ist Propofol. Dieses wird unterschiedlich von unterschiedlichen Personen aufgenommen. So nehmen ältere Leute es oft anders auf als jüngere, Nichtraucher anders als Raucher. Desweiteren sind Folgen für Leute mit Herzbeschwerden oder anderen Krankheiten zu berücksichtigen. Dies führt dazu, dass ein komplexes Berechnungsverfahren notwendig ist, um die richtige Dosis zu bestimmen. Der aktuelle Forschungsstand wird noch stark diskutiert, doch perspektivisch lässt sich hoffen, dass Operationen, was den Anästhesieaspekt angeht, für alle zunehmend angenehmer werden.

Wichtig ist letztendlich noch, dass nach der Aufwachphase eine gute Schmerzedikamentierung erfolgt, da die Betäubungsdosis so gering ist, dass man nicht langfrisitg betäubt ist. Also: nach dem aufwachen nach Schmerzmitteln fragen, dann hat man selbst direkt nach der Operation noch einen guten Tag vor sich.

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