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Franz Kafkas später Weltruhm

Dieses Jahr wäre Franz Kafka 125 Jahre alt geworden. Grund genug sich dieses Jahr mehr mit einem der, wie viele meinen, einflussreichsten und ispirierendsten Autoren zu befassen. Seine Werke sind skurril und relativ leicht zu lesen. Doch genau diese groteske Art bietet jedem Leser eine Fülle von Interpretationsmöglichgkeiten.

Und genau dies ist es wahrscheinlich, was Kafka für viele so besonders macht. Jeder kann sich den Zugang zu seinen Geschichten selbst suchen. Nicht umsonst hat sein Namen selbst Einzug in die deutsche Sprache gehalten. Ist das nicht auch irgendwie kafkaesk? 😉

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als ältester Sohn in eine jüdische Kaufmannsfamilie geboren. Sein Vater war ein Patriarch wie er im Buche steht und nützte anscheinend jegliche Gelegenheit den Sohn zu unterdrücken und ihn kleiner zu machen als er war. Die Vater-Sohn-Beziehung sollte sich auch ein Leben lang nicht bessern und Kafka hat seinen Vater für viele seiner Probleme verantwortlich gemacht. („Briefe an den Vater„)

Und so ist es auch kein Wunder, dass sich Kafka auch was seine Berufswahl angeht dem väterlichen Diktat nicht widersetzte. Er begann zunächst das Studium der Germanistik an der Deutschen Universität in Prag, wechselte dann aber auf Anraten des Vaters hin zur juristischen Fakultät. Nach einem Praktikum am Land- und Strafgericht und einem Aushilfsjob bei einer Versicherung, arbeitete er schließlich seit 1908 bei der „Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen“, wo er bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 bleiben sollte.

Diese Zeit hat ihn wohl auch schriftstellerische sehr geprägt, wie man in seinen immer wiederkehrenden absurden Motiven über den Wahnsinn der Bürokratie und der Gerichte sehen kann. („Das Urteil“ oder „Der Prozess„)

Immer wieder hat sich Kafka auch mit dem Sozialismus und dem Atheismus auseinandergesetzt und mit diesen Geistehaltungen sympatisiert. In den Jahren 1909/10 besuchte er auch immer wieder illegale Versammlungen russischer und Revolutionäre und tschechischer Anarchisten.

1917 wurde bei ihm Lungentuberkulose festgestellt. Nach zwei gescheiterten Verlobungen verbrachte Kafka den Winter 1923/24 mit der fünf Jahre jüngeren Dora Diamant in Berlin. Dies sollte eine seiner schaffensreichsten Perioden werden, denn er hatte nun, ironischerweise dank seiner schweren Krankheit, Zeit sich den ganzen Tag dem zu widmen, was er schon sein Leben lang tun wollte, dem Schreiben.

Doch sein Gesundheitszustand wurde immer schlechter und so musste er nach Prag zurückkehren. Am 3. Juni 1924 starb Franz Kafka an Tuberkulose in einem Sanatorium bei Wien.

Nach seinem Tod sollten all seine Werke verbrannt werden, doch ein Freund widersetzte sich seinem Willen, veröffentlichte sie und begründete so seinen Weltruhm.

Es lohnt sich absolut mal wieder Kafka zu lesen…

Wer nach diesem kurzen Überriss mehr über Kafka wissen will, kann mal auf franzkafka.de gucken oder z.B. die geniale Bio von Klaus Wagenbach, die ich euch bereits vorgestellt habe, lesen…

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