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Urban Gardening: der grüne Widerstand

Urban Gardening, das städtische Gärtnern, wird bereits so lange praktiziert wie Menschen in Städten leben. Doch folgte es insbesondere zu früheren Zeiten in erster Linie einer reinen Überlebensstrategie weniger Wohlhabender zur Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln, so ist es heute gleichermaßen politisches Statement wie Ausdruck der Sehnsucht nach einem natürlicheren Leben in den Städten.




Das städtische Gärtnern: eine avantgardistische Bewegung

Bereits seit den 1970er Jahren wird der Anbau von Nutzpflanzen in den Städten wieder verstärkt praktiziert. In den Jahrzehnten zuvor galt es schlicht als bequem und zeitgemäß, sich auf den Kauf von industriell hergestellten Nahrungsmitteln zu beschränken. Mit dem Zuzug von Gastarbeitern und dem Erwachen eines grünen politischen Bewusstseins, hat das Kleinbauerntum wieder Einzug in die Großstädte der Industrienationen gehalten. Heute greift der Eigenanbau verstärkt um sich. Gemeinschaftsgärten und Guerilla Gardening sind in den Zeiten von Massenproduktion und industrialisierter Landwirtschaft nicht nur eindrucksvolle Zeugnisse vom Wunsch nach Selbstbestimmung hinsichtlich gesunder Nahrungsmittel. Sie sind lebendiger Ausdruck einer Bewegung, die der Entfremdung des Menschen von der Natur und dem unnatürlichen und wenig artgerechten Leben in Großstädten tatkräftig begegnet.

Formen des Urban Gardenings

Das Gärtnern in den Städten ist in vielfältiger Form zu beobachten. Auf Balkonen wird nicht nur Gemüse angebaut. Auch werden dort beispielsweise Wachteln zur Selbstversorgung mit Eiern und Fleisch gehalten. Diverse Projekte in den Großstädten bieten im Rahmen von Gemeinschaftsgärten Anwohnern die Möglichkeit, sich aktiv als Gärtner zu betätigen und eigene Lebensmittel zu produzieren. Eines der populärsten Beispiele für ein solches Projekt ist der Prinzessinnengarten in Berlin, in dem Anwohner in mobilen Hochbeeten, Töpfen, Kübeln und Säcken im umfangreichen Rahmen biologischen Anbau von Nutzpflanzen aller Art praktizieren. Auch viele Initiativen von Einzelpersonen oder Hausgemeinschaften, in deren Rahmen Städter unautorisiert auf brach liegenden Flächen und in Innenhöfen von Mehrfamilienhäusern Gemüse und Obst anbauen, folgen dem Trend zum Kleinbauerntum und der Begrünung der Städte.

Grünere Städte für mehr Lebensqualität

Mit Nutzpflanzen begrünte Flächen in den Großstädten bieten mehr als nur gesunde Lebensmittel für die, die sie anbauen. Sie sind Mittel, um der Naturentfremdung zu begegnen, helfen dabei, das anonyme Leben in den Städten zu durchbrechen und bieten so manchem einen Rückzugsort inmitten von Asphalt und Großstadtstress.

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IMG: krosbona – Fotolia

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