Home Allgemeinwissen Benachteiligung oder Gene: Sind Türken immer Dönerverkäufer?

Benachteiligung oder Gene: Sind Türken immer Dönerverkäufer?

Ungleichheit und Berufswahl der türkischen Bevölkerung in Deutschland ist ein großes Thema, aber wie sieht es wirklich aus mit den Türken in unserem Land? Sind sie alle schlecht gebildet, tragen Picaldi Hosen und sprechen andere Menschen mit „Hey Alter!“ an?

Von einem Vorurteils-Blog wird wahrscheinlich erwartet, dass eine alte These aufgestellt und widerlegt wird. Das ist aber ein Vorurteil! Und dazu ein unbegründetes! Denn im Falle der Deutschen mit türkischem Migrationshintergrund treffen einige Vorurteile zu. Und das schauen wir uns mal genauer an.

Ungleichheit zum mitnehmen

Das Thema der Benachteiligung und auch der Integration von Ausländern ist eine sehr heikle Sache, niemand bei klarem Verstand möchte als Rassist bezeichnet werden. Aber oft pendelt die mediale Berichterstattung zwischen linker Schönmalerei und rechten Vereinfachungen, um an einem Sündenbock die Wut abzureagieren. Ganz klar gesprochen leben wir in einer globalisierten Welt, Fast 100 % aller Menschen, abgesehen von ein paar minimalen Ausnahmen, haben 46 Chromosomen und niemand kann sich aussuchen, wo er geboren wird, ob als Prinz William oder als armer Waise ohne Eltern.
Aus irgend einem Grund ignorieren wir das Faktum, dass Grenzen historisch bedingt sind und sich ständig verändern, dass alles weltweit verzweigt ist und nichts mehr durch Ländergrenzen aufgehalten werden kann, ob Film, Politik, Mode, Sport. Doch die Grenzen im Kopf sind stark, manche Menschen sind der Meinung, dass man in den Grenzen bleiben sollte, die einem durch Willkür gesetzt wurden.

Die Türken in Deutschland

Ein konkretes Beispiel sind die autochthonen Türken in Deutschland. In den 60er Jahren als Gastarbeiter angeworben, sind Menschen gekommen, mit Gefühlen und Wurzeln, viele von ihnen blieben damals hier. Die meist aus ländlichen Gegenden in der Türkei stammenden Einwanderer waren oft einfache Arbeiter und blieben erst mal unter sich. Es galt, im Erwachsenenalter eine neue Sprache zu lernen, sich in die deutsche Mentalität hineinzudenken und Vertrauen zu gewinnen, um Freunde kennenzulernen.
Klassischerweise waren Türkinnen oft Hausfrauen und zogen die Kinder groß, auch war es normal, zwei oder mehr Kinder zu bekommen. Wenn die Eltern durch die türkische Hochzeit ihre Sprachprobleme an die Kinder weitergaben, wurde die Hürde natürlich nicht niedriger. Zusätzlich ist es auch bei deutschen Kindern ein wichtiger Faktor für die Bildungskarriere, aus welcher Schicht die Eltern stammen.

Das Erbe der Vergangenheit

Durch das politische Versagen der Integration von Anfang an ziehen sich die Probleme bis in die Gegenwart. So veröffentlichte WELT online eine Statistik von 2006/2007, in der gezeigt wird, dass die Türken bisher am schlechtesten integriert wurden. 13,1% besitzen keinen Schulabschluss, 61% nur eine niedrige, 16% eine mittlere Schulbildung und nur 9,9% eine hohe Schulbildung. Es hat also Sinn, dass wir öfter türkische Dönerverkäufer sehen als türkische Ärzte. Es gibt noch einiges zu tun.

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