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Die giftigsten Tiere der Welt

Bei giftigen Tieren denken wir zuerst an Schlangen und Skorpione. Doch die weltweit giftigsten Tiere sind die unscheinbare Sydney-Trichterspinne sowie eine fast durchsichtige, im australischen Meer lebende Schönheit, die Seewespe. Auf das Konto dieser beiden todbringenden Tiere geht alljährlich eine Vielzahl an Todesfällen.





Ihr lateinischer Name bedeutet: „Mordende Hand“

Chironex fleckeri lautet der lateinische Name. Das bedeutet „Mordende Hand“. Die Seewespe, die auch als Würfelqualle bekannt ist, ist vor der australischen Küste in flachen Gewässern anzutreffen und sorgt pro Jahr für etwa 70 Todesfälle. Ihre Schwimmglocke ist nahezu unsichtbar, ebenso ihre bis zu drei Meter langen Tentakel, in denen sich das tödliche Nesselgift in tausenden von Zellen befindet. Bei Berührung mit den Tentakeln der Qualle schießen mikroskopisch kleine Harpunen durch die Haut und setzen ein hochwirksames Nervengift frei. Sofortige Muskellähmung und Atemnot sind die Folge. Ohne Gegengift kann es zum Herzstillstand kommen. Öffentliche Badegewässer sind mit Quallenschutz-Netzen ausgestattet. Dennoch soll bei Quallen-Alarm das Schwimmen im Meer vermieden werden. Auch an den Strand gespülte Quallen dürfen auf keinen Fall angefasst werden, denn das Gift der Seewespe ist auch bei bereits toten Tieren noch wirksam. Ein ebenso wirksames Nervengift beinhalten Leber und Eierstöcke der in Japan als Delikatesse geschätzten Kugelfische. Falsch zubereitet ist der Genuss der kugeligen Meeresbewohner tödlich.

Tödliche Schönheiten: Spinnen, Frösche und Schlangen

Die Zahl der als Heimtiere gehaltenen giftigen Tiere steigt. Der Reiz des Gefährlichen macht die besondere Attraktivität der tödlichen Schönheiten aus. In Deutschland gelten verschärfte Haltungs- und Nachweisbedingungen für giftige Reptilien und Spinnen. Der kleine farbenfrohe Pfeilgiftfrosch gehört dabei zu den harmlosen Exemplaren, denn seinen giftigen Hautschleim entwickelt er nur in freier Wildbahn. Im Handel oder auf Reptilienbörsen erhältliche Pfeilgiftfrösche sind giftfreie Nachzuchten. Anders sieht es mit der Sydney-Trichterspinne aus. Sie gehört zu den gefährlichsten Giftspinnen weltweit und gilt als besonders aggressiv. Die Weibchen ähneln kleinen Vogelspinnen, halten sich jedoch vorwiegend in ihrem trichterförmigen Netz aus. Gefährlich sind die deutlich kleineren Männchen, die während der Paarungszeit auf Wanderschaft gehen und somit selbst in den Hochhäusern Australiens anzutreffen sind. Alle australischen Krankenhäuser verfügen inzwischen über einen ausreichenden Vorrat an Gegengift. Ebenfalls in Australien beheimatet ist die tödlichste Schlangenart der Welt: der eher als scheu geltende Inland-Taipan. Obwohl sein Gift ausreichen würde, um 200 Menschen zu töten, sind nur sehr wenige Biss-Unfälle bekannt.

Tödliche Schönheiten in Deutschland?

In Deutschland gibt es (noch) keine freilebenden Amphibien, Reptilien oder Spinnen, die für den Menschen tödlich sind. Die Gefahr ist eher hausgemacht. Zoologische Einrichtungen sowie private Halter von giftigen Tieren verfügen in der Regel über ein ganzes Arsenal an Gegengift und sind somit bei unsachgemäßem Umgang mit den Tieren (zumindest nachträglich) geschützt.

Foto von: MC LORD – Fotolia

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