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Literatursendungen – unterhaltsam und informativ

Literatursendungen sind ein kleiner, aber unverzichtbarer Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, das seinem Bildungsauftrag nachkommen soll. Dabei werden meistens die beiden Möglichkeiten, Literatur zu präsentieren, vermischt: Man redet möglichst unterhaltsam über Neuerscheinungen und Klassiker und führt Gespräche mit Autoren.

Denkwürdige Augenblicke mit Reich-Ranicki & Co

Es gab eine Zeit, da waren Literatursendungen ein Ereignis zur besten Sendezeit. Der Klassiker ist sicher „Das literarische Quartett“, das erstmals 1988 beim ZDF mit Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, Jürgen Busche und Sigrid Löffler auf Sendung ging und bis 2001 ausgestrahlt wurde. Legendär ist die wunderbare Auseinandersetzung zwischen Löffler und Reich-Ranicki, in der er ihr vorwarf, sie habe keine Ahnung von Erotik. Sehr beliebt war auch der Nachfolger Lesen! mit Elke Heidenreich, die zur Freude der Zuschauer nie ein Blatt vor den Mund nimmt. Die Sendung fand ein Ende, nachdem das ZDF sich von ihr beleidigt gefühlt hatte. Die Nachfolgesendung Die Vorleser mit Amelie Fried hielt sich jedoch nur bis 2010.

Überblick: Druckfrisch zum Blauen Sofa

Seit 2011 hat das ZDF die Sendung Das Blaue Sofa im Programm, das vom altgedienten ZDF-Urgestein Wolfgang Herles moderiert wird. Hier vermischt er Buchkritiken mit Autorengesprächen, dabei auch mit Berühmtheiten wie Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa. Nach demselben Konzept arbeitet Lesenswert vom SWR, das hervorgegangen ist aus Literatur im Foyer. Moderatorinnen sind Thea Dorn und Felicitas von Lovenberg.

Sonntagvormittags läuft auf 3sat (hier das Programm von 3sat auf tvdigital) der Literaturclub, bestehend aus Elke Heidenreich, Rüdiger Safranski und Hildegard Elisabeth Keller.
Eine der spannendsten Sendungen ist „Druckfrisch“ mit Dennis Schenck, der es in der ARD schafft, gleichzeitig unterhaltsam und informativ-seriös zu sein. Es ist ein Vergnügen, dabei zuzuhören, wie er die Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste bespricht und meistens mit nur ein paar äußerst treffenden Worten gnadenlos auseinandernimmt. All diese Sendungen haben nicht die beste Sendezeit, aber man kann sie meistens auf den jeweiligen Internetseiten nachholen.

Der Wunsch nach Popularität und Anspruch

Literatursendungen versuchen, informativ und unterhaltsam zu sein, aber sie finden nicht mehr den Draht zum breiten Publikum, das normalerweise diese Sendungen nicht gucken würde. Das war die Stärke von Reich-Ranicki und Heidenreich in ihren Sendungen, die dabei aber dennoch nicht vergaßen, was für sie gute Literatur darstellte.

Foto: Fotolia, 40572208, Adrian Vamanu

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