Bernard Cornwell: „Der Winterkönig“ – König Arthur mal anders

Jeder kennt die Legende von König Artus, von Merlin und Camelot. Seither existieren wurde sie bereits tausende Male interpretiert, ausgeschmückt und durch etliche Mühlen gedreht. Und so denkt man sich inzwischen bei jeder neuen Version: „Nicht schon wieder!“ Jedoch mit seinen Artus-Chroniken schafft es Bernard Cornwell dem Stoff eine neue Dimension zu verleihen und sie ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Gut gemacht!

Britannien im 5. Jahrhundert: Die Zeit der Römer gehört langsam der Vergangenheit an und die alten heidnischen Götter müssen dem Christentum weichen. Und König Uther muss sein Land gegen die Sachsen verteidigen. Dringend muss ein Nachfolger her, doch als dieser geboren wird, stirbt der alte König. Das Kind, Mordred, ist definitiv noch zu jung um den Platz seines Vaters einzunehmen und so muss ein Vormund, ein Ersatz, für den König her.

Ein Rat wählt Arthur, der von nun an gegen die Sachsen anstürmt. Doch einige Stämme haben sich inzwischen schon auf die Seite der Feinde gestellt. Blutige Schlachten und Kämpfe beginnen…

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Derfel erzählt. Er wurde von Merlin aufgezogen, dann zum Krieger ausgebildet und war ein großer Heeresführer und enger Vertrauter Arthurs. Er schildert nun sowohl die Erlebnisse und Ereignisse mit und um Arthur, aber auch immer wieder seine eigenen kleinen Abenteuer. Allein dadurch wird die Geschichte auf neue Weise lebendig.

Eine große Stärke des Buches ist, dass der Autor Bernard Cornwell König Arthur wortwörtlich von seinem Thron herunterholt. Er ist nämlich nicht der rechtmäßige König… So entsteht in „Der Winterkönig“ eine neue Perspektive, der alte Mythos wird entzaubert und ein neuer entsteht.

Auch die anderen Figuren bekommen alle charakterliche Tiefe, ihre Schwächen und werden zu normalen Menschen. Lanzelot ist nichts weiter als ein Blender, der gar nicht so mutig ist, Merlin wird zum „normalen“ Druiden, das Wort Camelot taucht im ganzen Buch kein einziges Mal auf und die Tafelrunde wird eher zur Farce.

Ein toller Ansatz und eine spannende Geschichte, in die man gleich hineingezogen wird und die einem darüber hinaus nochmal den Artus-Mythos schmackhaft macht.

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